Incubus – „A Crow Left Of The Murder“ 4


Künstler Incubus

Incubus zeigen auf „A Crow Left Of The Murder“ neues Selbstvertrauen.

Album A Crow Left Of The Murder
Label Epic
Erscheinungsjahr 2004
Bewertung

Man ahnte schon beim Vorgänger Morning View, dass sich Incubus in der Nu-Rock-Schublade nicht so ganz wohl fühlen. Das Album brachte die Band um Frontman Brandon Boyd in eine neue Richtung, sorgte für mehr Vielfalt – und nach guten Verkäufen und einer erfolgreichen Welttournee offensichtlich auch für reichlich Selbstvertrauen.

Das hört man ihrer neuen Platte an. A Crow Left Of The Murder ist das bisher schlüssigste Werk des Quintetts. Es gibt zwar noch ein paar Längen und auch ein paar Missgriffe, doch die Experimente werden besser integriert und der rote Faden nie verloren: Incubus haben ihren Stil gefunden.

Zwar sind noch genug Spurenelemente ihres bisherigen Sounds enthalten, um die alten Fans nicht zu verprellen, wie im Refrain der Hit-Single Megalomaniac. Doch mit Nu-Rock hat A Crow Left Of The Murder nur noch am Rande zu tun. Die Vorbilder heißen eher Led Zeppelin als Linkin Park, und so präsentieren die Kalifornier fast schon klassizistische Rocksongs, mit denen sie die Red Hot Chili Peppers durchaus vom Thron als populärste aktuelle Rockband stoßen könnten. Sie klingen etwa in Zee Deveel oder im Titeltrack an, der mit dem hysterischen Gesang im Refrain ebenso auf Jimmy Eat World verweist.

Auch sonst glänzt Brandon Boyd wieder als mehr als kompetenter Rock-Sänger und fügt seiner Stimme sogar noch ein paar neue Facetten hinzu. Die tiefen Passagen, etwa im zupackenden Agoraphobia, lassen an Ed Kowalczyk von Live denken, auch an Pearl Jams Eddie Vedder. Das ohnehin schon wunderbare Talk Shows On Mute wird von diesen Vocals gekrönt.

Bei der Ballade Southern Girl, dem besten Stück des Albums, ruft er sogar Erinnerungen an Chris Cornell zu Soundgarden-Zeiten hervor. Wenn Incubus noch ein paar mehr Songs von dieser Güte hätten, könnten sie deren legitime Erben werden.

Wer noch nicht geahnt hatte, dass Bongos und Basecaps eine gefährliche Mischung sind, der weiß es jetzt: Megalomaniac, live bei Rock am Ring 2008:

Incubus bei MySpace.


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