Hingehört: Jay-Z – „The Black Album“ 1


„The Black Album“ ist ein famoses Vermächtnis von Jay-Z.

Künstler Jay-Z
Album The Black Album
Label Roc-A-Fella Records
Erscheinungsjahr 2003
Bewertung ***1/2

Nach Duetten mit Mary J. Blige (das unvergessene Can’t Knock The Hustle) und Beyonce Knowles (das famose Crazy In Love) rappt Jay-Z nun: mit seiner Mutter.

December 4th heißt das Stück, in dem abwechselnd seine Mom und er selbst die Geschichte von Jay-Z erzählen. Über süchtig machende Streicher (ein Sample von den Chi-Lites) und einen konzentrierten Beat feiert sich der Mann, der eigentlich Shawn Corey Carter heißt, in seinem noch immer unerreichten Flow selbst.

Nicht nur dieser grandiose Auftakt zeigt, dass er sich das verdient hat. The Black Album ist – den Mitschnitt von MTV Unplugged eingerechnet – bereits sein neuntes Album. Und sein letztes, wenn man der Ankündigung des New Yorkers glauben darf.

Dass sich das Werk als Vermächtnis versteht, wird schnell klar. In What More Can I Say, dessen Bass-Drum die Erde beben lässt, macht der Jiggaman es ganz klar: „I supposed to be number one on everybody’s list / we’ll see what happens when I no longer exist“, heißt die letzte Zeile – und die Kampfansage an alle, die da noch kommen werden. Ein Hard Knock Life gibt es diesmal nicht, erst recht kein Sunshine. Stattdessen besinnt sich Jay-Z auf seine Ursprünge und old school rules. Ein zeitgemäßes, aber vor allem klassisches Hip-Hop-Album wollte er da wohl hinlegen. Es gelingt.

Das von den Neptunes produzierte Change Clothes setzt auf Klasse statt Kraft und ist für eine erste Single fast subtil. Timbaland hat Dirt Off Your Shoulder zu einem Monster gemacht, gespenstisch und freaky. Im smoothen Threat zeigt Jay-Z noch einmal allen, wo der Hammer hängt: „I’m young, black and rich, so they wanna strip me naked / but you’ll never have me like Christina Aguilera.“

Eminems Beitrag Moment Of Clarity bleibt etwas durchschnittlich, dafür läuft Altmeister Rick Rubin zur Hochform auf. Der Produzent, der sich zuletzt vor allem um Gitarrenmänner wie Johnny Cash, Donovan oder Tom Petty verdient gemacht hat, frönt hier noch einmal seiner ersten Liebe: rotzfrechen Raps mit rabiaten Riffs. 99 Problems klingt wie ein Überbleibsel von Licensed To Ill und ist das absolute Highlight der Platte.

Auch das wuchtige Public Service Announcment und der entspannte Rausschmeißer My 1st Song ragen heraus. Kurz vor Schluss bleibt Allure der einzige Ausfall auf einem Album, das davon profitiert, dass Jay-Z niemand mehr etwas mehr beweisen muss. 20 Millionen verkaufte Platten, reichlich Awards und ein nach ihm benannter Turnschuh sprechen für sich. Die Biographie The Black Book soll Anfang 2004 folgen.

Zwei Legenden: Ein MashUp von Jimi Hendrix und dem irren 99 Problems:

Jay-Z bei MySpace.


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