Lily Allen – „Alright, Still“


Künstler Lily Allen

„Alright Still“ ist das beste aller Argumente für Multikulti.

Album Alright, Still
Label Parlophone
Erscheinungsjahr 2006
Bewertung

Vielleicht gibt es kein besseres Argument für das Konzept „Multikulti“ als diese Platte. Ganz viel Karibik steckt hier drin, ganz viel Hollywood, und jede Menge London. Und alles, alles überzeugt dabei.

Lily Allen, verwöhntes Kind eines halbwegs prominenten Schauspielers und einer Filmproduzentin, vereint nicht nur Ballkleider mit Turnschuhen. Sie vereint alles, was spannend ist an Pop. Und jeder, der die Idee „Pop“ schätzt, muss sie lieben.

Natürlich liegt das in erster Linie an Smile. Der Überhit zum Auftakt hat die unbändige Lebensfreude und die unwiderstehliche Eingängigkeit eines Kinderliedes, ohne jemals eindimensional zu werden. Und es geht so weiter: Knock ‚Em Out ist Privatschul-schlau, Grime-aggressiv und Zicken-bitchy, und es kann wohl nur in London gelingen, als kleines weißes Mädchen einen so überzeugenden Reggae-Song zu singen. Der gottverdammte Hit Ldn (ha! da ist es wieder) strahlt mit all seiner Leichtigkeit schließlich heller als die Sonne und grinst breiter als Ronaldinho.

Everything’s Just Wonderful hat mehr Schmiss, Sex und Klasse als alles von den Pussycat Dolls, Not Big bringt die Diskrepanz zwischen zuckersüßem Refrain und bitterbösem Text gekonnt zu einem Höhepunkt (wenn auch einem vorzeitigen, wie man in einem Lied vermuten muss, dass dem Ex mangelnde Qualitäten im Bett attestiert). Littlest Things ist so süß, dass man die kleine Lily in den Arm nehmen will, doch das enorm souveräne und lässige Shame On You lässt erahnen, dass das keine gute Idee wäre. Bestimmt hat sie Stacheln, definitiv hat sie Krallen.

Zum Schluss gibt es noch zwei ganz große Lieder: Take What You Take ist die Sorte schlauer Pop-Kracher, nach dem sich Robbie Williams inzwischen die Finger lecken würde. Und der irre Rausschmeißer Alfie schafft es, Holzblasinstrumente mit Billig-Casios zu vereinen, und einen Teletubbie-Bubblegum-Sound zum Rocken zu bringen. Der Hammer.

Sehr niedlich und ziemlich irre: Jemand hat sich die Mühe gemacht, das Video zu Smile mit den Sims-Figuren (und in deren Sprache) nachzustellen:

Lily Allen bei MySpace.

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