Hingehört: PDR – „On A Whim“


Gute Laune und Professionalität - das sind die Pluspunkte von "On A Whim".

Gute Laune und Professionalität – das sind die Pluspunkte von „On A Whim“.

Künstler PDR
Album On A Whim
Label Welcome Home Music
Erscheinungsjahr 2013
Bewertung ***1/2

Viel besser als bei PDR können die Voraussetzungen für ein Debütalbum nicht sein. Das Trio aus Düsseldorf, das seit 2006 zusammen musiziert, hat seinen etwas umständlichen Namen Punk’d Royal (unter dem sie vor drei Jahren schon einmal eine EP namens Muscles veröffentlich hatten), mittlerweile abgekürzt. 2011 wurde die Band von der Volkswagen Sound Foundation zum Newcomer des Jahres ernannt. 2012 erhielten PDR die Bundesförderung für Kultur und Medien durch die Initiative Musik gGmbH. Und als wäre das noch nicht genug an perfekter Infrastruktur, bringen die Bandmitglieder auch noch selber reichlich davon mit: Aljoscha Mallmann hat die Tresorfabrik-Tonstudios in Düsseldorf gegründet. Sein Bruder Niklas betreibt eine Firma für Audioproduktionen. Matthias Stamm, der Dritte im Bunde, arbeitet in einer Booking-Agentur.

Nicht zuletzt bringen PDR aber auch die wichtigste Zutat für ein gelungenes Debüt mit: tolle Songs. On A Whim ist eine Platte, der man ein hohes Maß an Professionalität anmerkt, die dabei aber großen Spaß macht. Modern, tanzbar, stilvoll.

Als Vorbilder zählen die drei Düsseldorfer gerne TV On The Radio, Holy Ghost, Chromeo und Bloc Party auf. Bei der Verortung hilft auch ein Blick darauf, für wen sie schon alles das Vorprogramm bestritten haben: Künstler wie The Kills, The Drums oder Darwin Deez findet man da. On A Whim passt wunderbar inmitten dieser Koordinaten: Popmusik mit Indieprägung, ohne Angst vor ein bisschen Politur und guter Laune.

Der Opener Drive, zugleich die erste Single von On A Whim, nimmt eine gute Dosis von all dem, dazu ein paar der eleganteren Eighties-Referenzen (Human League kann man ausmachen, auch ein bisschen Roxy Music), und schafft einen leichtfüßigen Song, wie man das auch von Phoenix schätzt.

Best Before Monday setzt danach auf etwas mehr Punch wie die energischeren Momente von Zoot Woman. Das schmissige Midsummer, das wie ein versehentlich vergessener Hit von Those Dancing Days klingt, ist einer von mehreren Tracks, die von einer Gast-Frauenstimme profitieren. In diesem Fall ist es Sofia Mellander (eine Schwedin, die in London lebt und hier insgesamt bei vier Liedern zu Einsatz kommt).

Auch Walking On Water ganz am Ende (die zweite Single) gehört dazu, in dem eine ganze Menge Naked-And-Famous-DNA steckt. In diesem Fall (und bei zwei weiteren Liedern) ist die Sängerin allerdings Helene Heuser, die PDR auch live regelmäßig unterstützt. Hold On entwickelt sich in der Strophe zu einem Wirbelwind, Sometimes I Think, Sometimes I Don’t bietet dafür einen tollen Refrain. Am Ende des Titelsongs leitet so etwas wie Indianergesang zum nicht einmal zweiminütigen One Room One Skit über, dem besten Track des Albums und schon wieder einem Stück mit mächtig Hitpotenzial.

Etwas dezentere Momente wie das verträumte Back From Paris oder MHR, in dem sogar Platz für ein paar Selbstzweifel ist, tragen dazu bei, dass inmitten all dieser treibenden Beats und hoch disziplinierten Gitarren auch noch genug Abwechslung und Spannung bleibt. Alles in allem: absolut empfehlenswert.

Warum sind im Video von Walking On Water bloß so viele Autos zu sehen?

Homepage von PDR.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.