Hingehört: Phonoboy: „Très Chic, Trashig“


Der Phonoboy hat mit "Très Chic, Trashig" eine ganze Sammlung guter Singles mitgebracht.

Künstler Phonoboy
Album Très Chic, Trashig
Label Redwinetunes
Erscheinungsjahr 2005
Bewertung ****

Der Phonoboy ist ein Plattenspieler. Genauer gesagt: ein Singles-Spieler. In den 1960er Jahren holten sich eine ganze Reihe von 45s auf dem Ding einen Drehwurm. Dieses Jahrzehnt ist auch noch in einem anderen Punkt höchst präsent in der Band, die sich nach dem kleinen Plattenspieler benannte. Denn die beiden Gründungs-Phonoboys spielten vorher bei der Sixties-Kapelle Chamberdeacons, wurden dort aber nicht recht glücklich. „Wir waren in der Sixties-Szene verpönt, weil wir zu harte Gitarren benutzten und in der alternativen Szene, weil wir zu Sixties waren“, erinnert sich Sänger und Gitarrist Christian Höck.

Die Lösung: Phonoboy – eine Band, die sich nicht um Images und Erwartungen schert. Und die mit Très Chic, Trashig ein Debütalbum hinlegt, das tatsächlich wie eine Sammlung guter Singles klingt. Der Titel lässt noch eine andere Eigenheit des Münchner Quartetts erkennen: Auch auf Sprachgrenzen pfeift man bei Phonoboy.

Ein gehöriger Schuss Französisch gibt dem Album eine verspielte und sehr stilvolle Leichtigkeit, dazu können – manchmal innerhalb des selben Liedes – deutsche und englische Passagen kommen. Ein so unverfrorenes Sprachengemisch hat man so zuletzt beim seligen Falco gehört.

Das packende Ce Soir, das locker groovende Laisser Faire oder Atomique mit irren Bläsern sind nur die herausragendsten von einigen Höhepunkten. Daneben kommen Erinnerungen an die Lightning Seeds (Under The Pavement) und Air (Hôtel) auf. Auch beim programmatischen Hier klingt das alles gar nicht verstaubt und retro, sondern zupackend und aktuell. Quelle surprise.

Sieht auch schwer nach Sixties aus: Ein Clip zum extrem entspannten C’est ma vie:

Phonoboy bei MySpace.

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