Hingehört: Röyksopp – „The Understanding“ 3


Röyksopp machen auf „The Understanding“ Kunst, ganz leicht.

Künstler Röyksopp
Album The Understanding
Label Wall of Sound
Erscheinungsjahr 2005
Bewertung ****

Die Sache mit dem schwierigen zweiten Album mag ein oft widerlegtes Klischee sein. Allerdings nicht unbedingt dann, wenn man von seinem Debüt über eine Million Exemplare verkauft hat. Und erst recht nicht, wenn man elektronische Musik macht. Fragen Sie mal Air, die Chemical Brothers oder Zoot Woman!

Insofern erstaunt an The Understanding zunächst einmal die Leichtigkeit. Die zwei Jungs von Röyksopp haben sich nicht verrückt machen lassen. Sie erlagen auch nicht der Versuchung, das Erfolgsrezept von Melody AM noch einmal aufzuwärmen. Sie vertrauten einfach auf ihre eigene Klasse – und haben damit genau das Richtige getan.

Die zweite Platte der Norweger ist schockierend schön, ebenso hypnotisch wie unaufdringlich. Sie schaffen auf The Understanding mühelos den Spagat zwischen ganz sanften Klängen fürs Schlafzimmer und heftigen Four-to-the-floor-Sounds für die Großraumdisco.

Das großspurige Triumphant, das betörende What Else Is There?, das aus dem Nichts kommende und sich in acht Minuten zu einem Sturm entwickelnde Alpha Male und Circuit Breaker mit seiner enormen Rasanz sind die Höhepunkte.

Einzelne Stücke herauszugreifen macht allerdings fast keinen Sinn. Alles ist hier ineinander verwoben, verschwommen, weichgezeichnet. Anmutig ist diese Musik, intim und erotisch, aber auch oberflächlich, beiläufig und berechnend. Als ob jeder Ton nur beinahe existieren würde. Es ist der perfekte Sound zum U-Bahn-Fahren. Natürlich kann man auch dazu tanzen. Aber der Begriff „Tanzmusik“ wäre für ein Kunstwerk wie The Understanding beinahe eine Beleidigung.

Der Clip zu What Else Is There setzt auf ganz viel Zauber und eine gute Dosis nordische Klischees:

Röyksopp bei MySpace.


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