Hingehört: Smoke Fairies – „Through Low Light And Trees“ 1


Eigen und düster: "Through Low Light And Trees" ist ein geisterhaftes Debüt.

Eigen und düster: „Through Low Light And Trees“ ist ein geisterhaftes Debüt.

Künstler Smoke Fairies
Album Through Low Light And Trees
Label Cooperative Music
Erscheinungsjahr 2011
Bewertung ***

Alarmstufe Rot für das Raum-Zeit-Kontinuum! Wir schreiben das Jahr 2011, und ganz viele Journalisten werden in diesem Jahr feststellen: Smoke Fairies klingen wie PJ Harvey. Doch sollte die, immerhin auch schon 41, in ferner Zukunft irgendwann einmal so etwas wie ihr Alterswerk vorlegen, dann werden alle behaupten: Das klingt ja wie Smoke Fairies.

Wer klingt nun nach wem? Das ist eigentlich egal. Denn Fakt ist: Smoke Fairies klingen gut. Ihr Debütalbum Through Low Light And Trees, übrigens entstanden unter den Fittichen von PJ-Harvey-Produzent Head, ist geheimnisvoll, dramatisch, geisterhaft.

„Start something new / just me and you“ heißt die zentrale Zeile im Opener Summer Fades, und das kann durchaus als Credo der Smoke Fairies gelten. Denn Katherine Blamire und Jessica Davies, die beide Gesang und Gitarre beisteuern und so die Smoke Fairies bilden, machen auf Through Low Light And Trees eine große Stärke daraus, sich auf ihre Fähigkeiten als Duo zu konzentrieren.

Ab und zu haben sie sich im Studio von ihrer Liveband unterstützen lassen, dann gibt es dezente Drums oder eine wirkungsvolle Geige. Aber ganz oft sind hier wirklich nur diese beiden „maidens with attitude“ zu hören, wie der Guardian die Smoke Fairies genannt hat, um dann zum Fazit zu kommen: „They do indeed sound as haunted as the proverbial hangman’s beautiful daughters.“

Stücke wie der rätselhafte, dezent an CCR gemahnende Blues Strange Moon Rising oder das vergleichweise schmissige Hotel Room lassen mehr als erahnen, warum auch Jack White so großen Gefallen an den beiden Engländerinnen gefunden hat, dass er ihre Single Gastown/Riversong auf seinem Label Third Man veröffentlicht und darauf auch gleich Gitarre und Schlagzeug gespielt hat: Das ist klassische Songwriter-Kunst, ein bisschen verschroben, tendenziell düster und so sehr aus der Zeit gefallen, dass Smoke Fairies auch gleich noch ihre eigene Homepage im old-timey-Look gestalten.

Mal gibt es hier Klavierballaden (Dragon), gelegentlich bleiben Blamire und Davies, die schon zusammen im Schulchor gesungen und 2009 dann ihre erste EP veröffentlicht haben, auch ganz akustisch wie im Rausschmeißer After The Rain. Doch meist funktionieren die Lieder auf Through Low Light And Trees wie der unheilschwangere Storm Song: fast schüchterne E-Gitarre, sirenenhafter Gesang, dann ein bisschen Schlagzeug, das aber eher strukturiert als antreibt. Damit liefern Smoke Fairies den besten Beweis: Folk kann man beileibe nicht nur akustisch machen.

Das Video zu Hotel Room sollte man sich lieber nicht ansehen, wenn man eine Karriere als Zimmermädchen anstrebt:

Smoke Fairies bei MySpace.

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Ein Gedanke zu “Hingehört: Smoke Fairies – „Through Low Light And Trees“