Hingehört: The Japanese Popstars – „Song For Lisa“


Genau im Schnittpunkt zwischen Pop und House positionieren die Japanese Popstars ihren "Song For Lisa".

Genau im Schnittpunkt zwischen Pop und House positionieren die Japanese Popstars ihren „Song For Lisa“.

Künstler The Japanese Popstars
Single Song For Lisa
Label Virgin
Erscheinungsjahr 2011
Bewertung ***1/2

Dancemusik furs Stadion? Das ist schon seit The Prodigy, den Chemical Brothers oder Daft Punk keine absurde Vorstellung mehr. Die Japanese Popstars könnten die nächsten sein, die sich künftig mit Notebooks und Midi-Controllern in den Garderoben breit machen, die früher erst Fußballern und dann Gitarrengöttern vorbehalten waren.

Das liegt erstens daran, dass diese drei Typen aus Nordirland (namentlich: Gary Curran, Declan ‘Decky Hedrock’ McLaughlin und Gareth Donoghue) eine ausgeprägte Vorliebe für Rockstimmen zu ihrem Electro-Sound haben (auf dem aktuellen Album Controlling Your Allegiance sind beispielsweise Simon Neal von Biffy Clyro, Robert Smith von The Cure, Tom Smith von den Editors und Jon Spencer zu hören).

Es liegt zweitens daran, dass die Bühne ihr natürliches Umfeld ist. Jedenfalls sprechen zahlreiche Preise, die sie für ihre Live-Performances eingeheimst haben, in dieser Hinsicht eine deutliche Sprache. Kein Wunder: Entstanden sind die Japanese Popstars, als McLaughlin und Donoghue, die zuvor schon jahrelang als DJs gearbeitet hatten, beim Oxegen-Festival einen Electro-Act auf der Bühne sahen. „Wir dachten: Das können wir besser. Es war so eine typische alkoholisierte Unterhaltung zwischen Kumpels, wo wir uns immer wieder bestätigten, dass wir das auch können. Vielleicht könnten wir in einem Jahr wieder dort sein und umsonst spielen, statt 120 Pfund für ein Ticket zu bezahlen. Das ist zwar nicht passiert, aber so fing alles an.“

Dass sie mittlerweile selbst die Festival-Mengen begeistern, liegt drittens daran, dass die Japanese Popstars (der Name entstand übrigens durch Deckys Vorliebe für die japanische Kultur und das überzeugende Argument, “auf einem Poster würde das gut aussehen”) Hits haben wie den Song For Lisa.

Von Beginn an hat der Track eine faszinierende Ungeduld. Der fast geflüsterte Gesang von Lisa Hannigan steigert nur das Geheimnis, das sich dann im Refrain als Verheißung entpuppt. Voller Wärme und Optimismus ist dieser Song, pulsierend und flirrend, nie richtig konkret und trotzdem ein Volltreffer. So souverän haben sich bisher nur wenige auf dem Schnittpunkt von House und Pop eingerichtet.

Die schlechteren der hier vertretenen Remixes (beispielsweise der von Arveene und Misk oder der von Tong & Rogers) nehmen Song For Lisa leider dieses Geheimnis, die besseren (etwa von Benny Benassi) fügen dem Stück ein bisschen mehr Fleisch und Knochen hinzu. Der Mustang Remix beginnt verheißungsvoll mit einem Piano, Streichern und dann einem Eighties-Keyboard, wird dann aber schnell ein gutes Stück zu penetrant und cheesy. Am mutigsten ist der Screendeath Remix, der Björk-Gesänge und Eurodance-Beats auf den Song For Lisa loslässt.

Apropos: Die Japanese Popstars sind auch selbst äußerst gefragt, wenn es um Neuinterpretationen geht. Tracks von Groove Armada, den Ting Tings, Beyoncé, Depeche Mode und den Gorillaz haben sie schon geremixt. Und von den Editors – da ist er wieder, der Rock-Bezug.

Der Tour-Clip zu Song For Lisa vermittelt einen kleinen Eindruck von den Live-Qualitäten der Japanese Popstars.

The Japanese Popstars bei MySpace.

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