Hingehört: The Long Blondes – „Someone To Drive You Home“ 1


Die Long Blondes beweisen: Nicht alles, was derzeit aus England kommt, ist perfekt.

Künstler Long Blondes
Album Someone To Drive You Home
Label Rough Trade
Erscheinungsjahr 2006
Bewertung **1/2

Beinahe ist das eine Erleichterung: Es ist also nicht alles, was gerade im großen Britannien euphorisch gefeiert und ordentlich verkauft wird, ganz und gar und ohne Einschränkung umwerfend. Im Falle der Long Blondes, die im Königreich schon für reichlich Presserummel gesorgt haben, ist es nur: gut. Man könnte Someone To Drive You Home sogar mächtig aufregend und entwaffnend finden, hätte man eine ähnliche Girlie-Lieblichkeit nicht schon bei den Pipettes (und zwar besser) gehört und die gelegentlich düsteren Sounds bereits bei Duke Spirit geschätzt (und zwar sexier).

Im Zuge dieses Amazonen-Angriffs hat auch das Quintett aus, jaja, Sheffield reichlich Vorschusslorbeeren eingeheimst. Nun haben die Long Blondes im ehemaligen Pulp-Bassist Steve Mackey endlich einen geeigneten Produzenten und mit Rough Trade ein passendes Label für das Debüt Someone To Drive You Home gefunden. Darauf toben sich die drei Mädels und zwei Jungs – niemand von ihnen ist übrigens blond – nach Herzenslust aus. Ästhetisch und für die Songtitel standen Hitchcock-Thriller Pate, musikalisch gibt es Disco und Punk und etwas Melancholie, aber eigentlich nur einen einzigen klaren Bezugspunkt: Blondie.

Der niemals weniger als himmelsstürmende Gesang von Kate Jackson erinnert sofort an Debbie Harry. Die Musik dazu ist zwar manchmal nur mit etwas gespenstischer Atmosphäre angereicherter Lärm (You Could Have Both), manchmal erstrahlen die Refrains auch bloß so hell, weil die Strophe so schwach ist (Only Lovers Left Alive).

Doch gelegentlich haben die Long Blondes auch schon Songs, um mit ihren Vorbildern mithalten zu können. Das energische Once And Never Again ist so ein Fall. Auch der hysterische Party-Kracher Separated By Motorways. Und vor allem Weekend Without Makeup mit Surf-Gitarren und Abba-Beat. In den besten Momenten: ein Riesenspaß.

Schmeiß Dich in Schale! Der Clip zu Weekend Without Makeup:

Die Long Blondes bei MySpace.


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