Hingehört: Wallis Bird – „Spoons“


"Spoons" gerät virtuos und doch kneipentauglich.

Künstler Wallis Bird
Album Spoons
Label Island
Erscheinungsjahr 2007
Bewertung **1/2

Als sie anderthalb Jahre alt war, verlor Wallis Bird durch ein folgenschweres Aufeinandertreffen mit einem Rasenmäher die Finger ihrer linken Hand. Vier davon wurden wieder angenäht.

Die mittlerweile 24-Jährige mag es sicher nicht, auf diesen Unfall reduziert zu werden. Doch die Kenntnis darum macht ihr Debütalbum Spoon noch ein bisschen beeindruckender. Denn die Irin erweist sich hier als virtuose Gitarristin. Stücke wie Counting To Sleep oder ihr Radio-Hit Blossoms In The Street haben so viel rhythmische Komplexität und Wut in der Stimme, dass man an Alanis Morissette denken muss. Slow Down wäre in den Händen geringerer Talente (hallo, James Blunt!) arg banal geworden, erhält hier aber eine Joni-Mitchell-Sinnlichkeit. The Circle ist sehr hübsch, Just Keep Going hat enorme Kraft.

In 6ft steckt die lässige Trägheit, wie man sie zu später Stunde von Kneipenkünstlern kennt, am letzten Tag einer anstrengenden Woche. Kein Wunder: Wallis Bird ist lange in Pubs aufgetreten, unter anderem zwei Jahre lang in Mannheim. Inzwischen ist sie auf dem Weg, das UK zu knacken. Und kleine Unfälle dürften sie dabei nicht aus der Bahn werfen.

Ein Clip zu Blossoms In The Street, gedreht, Achtung!, auf der Straße:

Wallis Bird bei MySpace.

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