In Saus und Braus


Öl-Multi müsste man sein. Während allerorten nach Sparpotenzialen gesucht und Gewinnmaximierung angestrebt wird, lebt die Branche mit dem Schwarzen Gold in Saus und Braus. Sagenhafte 23,8 Milliarden Dollar haben Exxon Mobil, Shell und BP im zweiten Quartal dieses Jahres insgesamt verdient. Da braucht man sich um Effizienz offensichtlich nicht mehr zu kümmern.

Doch statt dem Rubel müssten bei BP Köpfe rollen. Denn was nach der Pipeline-Panne aus Alaska ans Licht kommt, ist ein Skandal. Nicht nur, dass dort hunderte Liter Öl aus den Leitungen flossen und nun die Umwelt belasten. Mehr noch: Das Leck wäre womöglich gar nicht entdeckt worden, hätte es nicht im März schon einen ähnlichen Vorfall gegeben, nach dem die US-Behörden eine Untersuchung angeordnet haben. Während Autofahrer hier zu Lande versuchen, Sprit zu sparen, versickern dort unbemerkt riesige Mengen Öl in der Tundra.

Das ist umso schockierender, wenn man weiß, dass die Rohre eigentlich nur für eine Laufzeit von 25 Jahren gebaut, aber schon seit 29 Jahren in Betrieb sind. Zudem hat BP es – trotz seiner Milliardengewinne – seit 1992 nicht mehr für nötig gehalten, die Leitungen zu reinigen.

Diese Art, ein Unternehmen zu führen, ist unverantwortlich. Denn nachdem klar war, dass Amerikas größtes Ölfeld lange ausfallen wird, explodierten an den Rohölbörsen erneut die Preise – mit unabsehbaren Folgen für die weltweite Konjunktur. Auch an deutschen Zapfsäulen erleidet mancher Autofahrer in diesen Tagen wieder einen Preisschock. Damit verdient BP noch am eigenen Pfusch.

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