Moon


Film Moon

Moon Review Kritik

Sam Bell (Sam Rockwell) ist Zeitarbeiter auf dem Mond.

Produktionsland Großbritannien
Jahr 2009
Spielzeit 96 Minuten
Regie Duncan Jones
Hauptdarsteller*innen Sam Rockwell, Dominique McElligott
Bewertung

Worum geht’s?

Der Energiebedarf der Erde wird in der Zukunft weitgehend durch Kernfusion gedeckt. Als wichtigste Zutat dafür wird Helium 3 benötigt, das aus einem Gestein gewonnen wird, das so genannte Harvester auf der dunklen Seite des Mondes abbauen. Aus diesen weitgehend automatisierten Bergwerken wird der Rohstoff dann mit Raumtransportern auf die Erde gebracht und dort verwertet. Der Personalbedarf auf dem Mond ist so gering, dass ein einzelner Mensch eine komplette Mine überwachen kann. Sam Bell hat diesen lukrativen, aber einsamen Job übernommen: Für drei Jahre betreut er die Mondstation, hat die Technik im Blick und übernimmt gelegentliche Reparaturen, unterstützt lediglich von einen Multi-Roboter namens Gerty, der ihm Gesellschaft leistet, damit er mental stabil bleibt, und ihm Hinweise zum Management der Mondbasis gibt. Sams Vertrag läuft noch zwei Wochen, dann soll er abgelöst werden, um wieder auf die Erde zu seiner Frau und seiner Tochter zurückkehren zu können, als es bei einem Außeneinsatz zu einem Unfall kommt. Seine Firma schickt einen Rettungstrupp los, doch als Sam wieder zu Bewusstsein kommt, erkennt er, dass bereits ein neuer Mitarbeiter in der Mondbasis seine Aufgaben übernommen hat. Auch der heißt Sam Bell, hat eine sehr ähnliche Biographie und sieht ihm auch noch zum Verwechseln ähnlich. Sam fragt sich, ob er womöglich nur ein Klon und sein gesamtes Leben, von der Familie zu Hause auf der Erde über den Trip zum Mond bis hin zu seinem Unfall – nur eine Illusion ist. Der andere Sam Bell soll ihm helfen, das herauszufinden.

Das sagt shitesite:

Im Marvel-Zeitalter will Science Fiction im Kino gerne mit Bombast punkten: große Budgets, viele Stars, reichlich Special Effects. Moon ist ein sehr angenehmer und origineller Gegenentwurf dazu. Duncan Jones hat für seinen ersten Film als Regisseur nur etwa 5 Millionen Dollar zur Verfügung, sein Cast besteht größtenteils aus einer Person (und einer Stimme, die im Original von Kevin Spacey beigesteuert wird) und das Geschehen spielt sich über weite Strecken in der schick gestalteten, aber nicht vor technischen Gimmicks überbordenden Mondbasis ab. Statt optischem Overkill bietet er eine ruhige Erzählweise, viele gewitzte Referenzen an Klassiker des Genres und vor allem eine Handlung, die auf grundsätzliche Fragen des Menschseins verweist und dies so wenig mit erhobenem Zeigefinger oder neunmalklugem Gestus tut, dass auch für alle jene Zuschauer*innen, denen kluge Zitate und philosophische Reflexionen egal sind, zumindest noch ein spannender Thriller bleibt.

So klein das Ensemble und so reduziert das beinahe Kammerspiel-artige Setting ist, so reizvoll wird die Handlung. Ein genialer Kniff ist dabei die Doppelrolle von Hauptdarsteller Sam Rockwell: Er interagiert als Figur quasi mit sich selbst, mal als Gegner, mal als Partner. Wenn er sich fragt, wie einzigartig oder austauschbar er ist, überträgt sich das natürlich aufs Publikum – erst recht, weil Duncan dem Original von Sam Bell und der Kopie auch noch die künstliche Intelligenz Gerty zur Seite stellt, die ebenfalls humane Züge hat und vielleicht sogar so etwas wie Charakter und Individualität für sich in Anspruch nehmen würde. So lange es in Moon offen bleibt, welches Schicksal Sam Bell bevorsteht, so klar ist die Aussage dieses sehr klugen und eleganten Werks: Als Menschen sind wir einander viel ähnlicher als wir denken, und auch deshalb liegt es in unserer Natur, uns gegenseitig zu helfen.

Bestes Zitat:

„Wir sind nicht programmiert. Wir sind Menschen.“

Der Trailer zum Film.

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