No King No Crown – „Smoke Signals“


Künstler No King No Crown

No King No Crown Smoke Signals Review Kritik

Auf ihrem dritten Album nutzen No King No Crown viele neue Möglichkeiten.

Album Smoke Signals
Label Kick The Flame
Erscheinungsjahr 2019
Bewertung

Eine Position des Defizits, manchmal auch der Ohnmacht, ist typisch für Smoke Signals. In jedem Fall macht sich hier eine überdeutlich ausgeprägte Empfindsamkeit bemerkbar. Im Titelsong, der gleich am Beginn der morgen erscheinenden Platte steht, glaubt Sänger René Ahlig aus Dresden, der No King No Crown einst als Soloprojekt gegründet hatte, der Einzige zu sein, der diese Rauchzeichen sehen kann – nicht, weil er halluziniert, sondern weil er ein feineres Sensorium hat als die meisten Menschen.

Dieser Blick auf die Welt bleibt prägend für die insgesamt elf Lieder auf dem dritten Album nach den Vorgängern Heart To Escape (2012) und Without Yesterday (2016). In Tongue Tied ist Ahlig unsicher, ob menschliche Herzen die hier von ihm geschilderten Gefühle überhaupt ertragen können. „I wish my mind could comprehend“, singt er in Dead Black. Aus Like Ghosts spricht die Sehnsucht nach Leichtigkeit, nach Vergessen ebenso wie nach Orientierung. In Beneath Our Feet ist er auf der Suche nach einer Mission, einer Bestimmung, einem Ziel. Selbst wenn er, wie in What’s The Point, ein Bekenntnis zum Kämpfen und Durchhalten artikuliert, schleicht sich darin doch ein Vers wie „I’m scared to death / to lose my sense of you“ ein.

We Do Anyway erkennt, dass Warnungen in unserem Leben meist in den Wind geschlagen werden – und es ist nicht ganz klar, ob er das bedauert oder gutheißt. Die Sorge ums große Ganze – jenseits privater Befindlichkeiten – ist aber auf jeden Fall ein Thema bei No King No Crown, wie auch das um eine sehr effektvolle Trompete angereicherte Gold And Silver zeigt. Der Song macht deutlich, wie schwer es ist, für die Menschheit überhaupt so etwas wie Optimismus zu bewahren, erklärt René Ahlig: „Krieg und Ausbeutung. Umweltverschmutzung und Klimawandel, Neider und Fremdenfeindlichkeit. Die Aufzählung könnte ellenlang sein. Man möchte gar keine Nachrichten mehr sehen, bei den ganzen Geschehnissen in der Welt – und davon bekommen wir nur einen Bruchteil mit.“

Das ist nicht sonderlich aufregend, aber vor allem atmosphärisch gelungen, in vielen Fällen auch melodiös sehr überzeugend. Die Referenzen zu Bon Iver, Ben Howard, Ry X oder Mumford & Sons, die man zu No King No Crown findet, leuchten schnell ein. Ein besonderer Pluspunkt von Smoke Signals, das von Philipp Makolies (Woods Of Birnam, ehemals Polarkreis 18) produziert wurde, ist die neue Vielfalt. Verweist ein reduzierter Track wie Unwritten Letter noch auf die akustischen Anfänge des Projekts, zeigt beispielsweise Mostly Discoloured mit seinen schicken Streichern und dem insgesamt sehr interessanten Arrangement, wie sehr der Sound von einer kompletten Bandbesetzung und weiterer Verstärkung profitiert. Start Searching ist das Lied, in dem No King No Crown diese Möglichkeiten am weitesten ausreizen – und es zeigt zugleich, dass sie Produktionstricks und elektronische Elemente nicht als Garnitur für schwache Songs brauchen, sondern sie wirklich harmonisch mit dem bisherigen Sound verweben.

Der Kontrast aus Natur und Stadt prägt das Video zu Smoke Signals.

Im Februar sind No King No Crown mit dem neuen Album auf Tour.

15.02.19 – Dresden – Scheune
16.02.19 – Zittau – Emil
17.02.19 – Berlin – Privatclub
18.02.19 – Chemnitz – Inspire
19.02.19 – Bayreuth – Wohnzimmermucke
21.02.19 – Hamburg – Astra Stube
22.02.19 – Köln – Wohngemeinschaft
24.02.19 – Pforzheim – Horch
25.02.19 – Mainz – Klein Aber Schick
26.02.19 – Wuppertal – Viertelbar
27.02.19 – Münster – Teilchen & Beschleuniger
28.02.19 – Leipzig – Noch Besser Leben
08.03.19 – Görlitz – Rabryka
09.03.19 – Reichenbach – City-HAPPENING

Website von No King No Crown.

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