Ohne Limit


Film Ohne Limit

Ohne Limit Review Kritik

Eddie Morra (Bradley Cooper) wird von einer Wunderdroge beflügelt.

Originaltitel Limitless
Produktionsland USA
Jahr 2011
Spielzeit 105 Minuten
Regie Neil Burger
Hauptdarsteller Bradley Cooper, Robert De Niro, Abbie Cornish, Anna Friel, Johnny Whitworth
Bewertung

Worum geht’s?

Es läuft nicht gut für Eddie Morra. Mit seinem neuen Buch kommt der Schriftsteller nicht voran, seine Freundin Lindy verlässt ihn, weil sie nicht mehr daran glaubt, dass er sein Leben noch in den Griff kriegen wird. Sein Tief endet, als er den Bruder seiner Exfrau trifft, der als Drogendealer arbeitet. Er gibt Eddie die Kostprobe einer neuen Designerdroge namens NZT-48. Sie ist noch nicht auf dem Markt verfügbar und erschließt zusätzliche 80 Prozent unserer Gehirnleistung. Mit dieser Unterstützung schreibt Eddie in Windeseile einen brillanten Roman und fühlt sich auch sonst beflügelt. Als er sich Nachschub besorgen will, findet er den Dealer tot in seiner Wohnung. Offensichtlich wurde er ermordet von Leuten, die ebenfalls hinter dem Stoff her sind. Eddie findet in einem Versteck einen großen Vorrat der NZT-48-Pillen und macht sich aus dem Staub. Dank der Droge startet er beruflich und privat durch, muss aber auch mit Nebenwirkungen wie Black-Outs oder Psychosen kämpfen und weckt zudem Misstrauen – vor allem beim Kreis der Auserwählten, die ebenfalls schon von der Existenz des neuen Wundermittels wissen.

Das sagt shitesite:

Ohne Limit basiert auf der Romanvorlage von Alan Glynn, später wurde der Stoff auch als Fernsehserie umgesetzt. Als Kinofilm funktioniert die Grundidee gut, das Werk ist unterhaltsam, originell und für den Hollywood-Mainstream in einigen Aspekten auch überraschend.

Zu den unerwarteten Momenten gehört die (fehlende) Moral. Statt der üblichen Botschaft, dass Drogen böse sind und zwangsläufig in den gesundheitlichen und gesellschaftlichen Niedergang führen, bleibt eine dementsprechende Bewertung hier aus. Stattdessen hinterfragt Ohne Limit beispielsweise, wie real Charisma, Talent und Fähigkeiten von Siegertypen sind. Wie viel ist bei ihnen Inszenierung, Fake oder eben chemische Unterstützung? Das ist nicht nur eine sehr aktuelle Frage, sei es beim Einsatz von Ritalin in der Schule oder Kokain bei einem Top-Manager, sondern kratzt letztlich auch am ur-amerikanischen Leistungs- und Wachstums-Ethos. Der Film wirft auch die Frage auf, wie vernünftig eine Branche (in diesem Fall die Börsen- und Finanzwelt) ist, in der man in so kurzer Zeit einen so rasanten Aufstieg hinlegen kann, und wie sehr mitunter unsere Wahrnehmung als wertvoller und attraktiver Mensch auch in unserem Umfeld von materieller Performance abhängig ist.

Als sehr positive Überraschung erweist sich auch Bradley Cooper als Hauptdarsteller. Er gibt anfangs den unreifen Loser genauso überzeugend wie später den Business-Überflieger und Upper-Class-Junkie. Er schafft es sogar, sympathisch zu bleiben, als er seinen New-Economy-Egotrip auslebt und hat damit hohen Anteil daran, dass man dem Plot seine Schwächen (im Versuch, die Drogenerfahrung noch mit einer Mordermittlung und schließlich einer politischen Intrige zu verbinden, übernimmt sich Ohne Limit) verzeiht.

So wird der Film nicht Rausch, Erleuchtung und Ekstase, aber sehr kurzweilig. Dazu trägt auch bei, dass der Film visuell sehr einfallsreich ist, beispielsweise mit extremen Kamerazooms und schnell geschnittenem YouTube-Material. Die cleanen Passagen und die, in denen Eric Morra unter Einfluss der Droge ist, haben jeweils eine eigene Ästhetik, ohne dass diese Effekte zum Selbstzweck werden.

Bestes Zitat:

„Ich war nicht high, nicht aufgedreht, unklar. Ich wusste, was ich tun musste und wie ich es tun musste.“

Der Trailer zum Film.

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