Spy Game


Film Spy Game

Spy Game Review Kritik

Nathan D. Muir (Robert Redford) hat Tom Bishop (Brad Pitt) zur CIA geholt.

Produktionsland USA
Jahr 2001
Spielzeit 121 Minuten
Regie Tony Scott
Hauptdarsteller*innen Robert Redford, Brad Pitt, Catherine McCormack, Stephen Dillane, Larry Bryggman, Marianne Jean-Baptiste, Charlotte Rampling
Bewertung

Worum geht’s?

In China wird der Amerikaner Tom Bishop verhaftet. Er hatte dort im Alleingang versucht, jemanden aus einem Gefängnis zu befreien, nun droht ihm binnen 24 Stunden die Hinrichtung. Im CIA-Hauptquartier in Langley ist man informiert über die Ereignisse und durchaus besorgt. Denn Tom Bishop ist ein Geheimagent der USA. Nathan Muir ist der Mann, der ihn einst angeworben und ausgebildet hat. Er soll nun Auskünfte darüber geben, wie wertvoll Bishop für die CIA ist oder wie gefährlich er werden könnte, falls er Geheimnisse verrät. Bei Bedarf könnte die US-Regierung intervenieren, um das Leben des Agenten zu retten, doch das könnte eventuell auch für diplomatische Verstimmungen sorgen unmittelbar vor der Unterzeichnung wichtiger Handelsabkommen bei einem geplanten Besuch des US-Präsidenten in China. Auch für Muir ist diese Recherche heikel, denn er hat eine besondere Beziehung zu Bishop, zudem ist es sein letzter Arbeitstag vor der Rente. Er will die Gelegenheit nutzen, um ein paar Fehler zu korrigieren und alte Rechnungen zu begleichen.

Das sagt shitesite:

Tony Scott, dessen Regiearbeit wohl noch immer zuerst mit Top Gun verbunden wird, wirft man gerne vor, seine Filme hätten eine beeindruckende Ästhetik, aber selten einen packenden oder gar komplexen Plot. Mit Spy Game scheint er diesen Vorwurf aus der Welt schaffen zu wollen. Der Film hat viele klassische Zutaten eines Spionagethrillers, etwa den CIA-Besprechungsraum als „War Room“ und Kommandozentrale, den Countdown im Hintergrund und natürlich auch die Actionszenen. Auch den Helden, der alleine die Welt retten muss und sich als einsamer Wolf fühlt, kennt man natürlich bestens. Hier wird er hier quasi gedoppelt und zugleich um eine brüchige Buddy-Movie-Beziehung angereichert: Muir war so etwas wie der Mentor für Bishop, der sich dann aber recht rabiat von seinem Ziehvater emanzipierte. Auch das Misstrauen unter Agenten verschiedener Geheimdienste (und innerhalb der CIA verschiedener Einheiten und Dienstgrade), die Bluffs und Intrigen sind typisch für dieses Genre.

Seine Eigenständigkeit gewinnt Spy Game zum einen dann doch wieder durch die herausragende Optik, mit der die verschiedenen Schauplätze von China über Ost-Berlin bis in den Libanon in Szene gesetzt werden. Zum anderen streut Tony Scott immer wieder überraschende und wirkungsvolle Tempowechsel ein. Als größter Pluspunkt erweist sich aber die Idee, das Geschehen im Jahr 1991 anzusiedeln. Spy Game – gedreht vor den Terroranschlägen am 11. September 2001 – blickt damit auf eine Zeit, als der Kalte Krieg vorbei war und sich Amerika nicht nur die Frage stellen musste, wer jetzt eigentlich der Feind sein sollte („Es gab mal eine Zeit, als wir die Guten noch von den Bösen unterscheiden konnten“, heißt es an einer Stelle im Film), sondern auch die Gelegenheit hatte, seine eigenen außenpolitischen und militärischen Fehler aufzuarbeiten und sich einzugestehen, wo man eher unfreiwillig Öl ins Feuer gegossen hat, wo die eigene Strategie angepasst werden sollte und wo man vollends gescheitert ist. So hat das Werk neben schicken Bildern und einer soliden Spannung auch ein paar politische Zwischentöne zu bieten.

Bestes Zitat:

„Er wollte wissen, was in ihm steckt. Und dann gefiel ihm das Ergebnis nicht.“

Der Trailer zum Film.

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