Still Corners – „The Last Exit“


Künstler Still Corners

Still Corners The Last Exit Review Kritik

Still Corners perfektionieren auf „The Last Exit“ ihr cineastische Qualität.

Album The Last Exit
Label Wrecking Light
Erscheinungsjahr 2021
Bewertung

In mehr als 20 Filmen und Serien ist die Musik von Still Corners bisher eingesetzt worden, von Gossip Girl bis Made In Chelsea. Die Liste dürfte mit den elf Liedern auf dem gerade erschienenen The Last Exit noch länger werden. Denn die Musik von Tessa Murray (die Amerikanerin steuert den Gesang bei) und Greg Hughes (der Brite ist für die Instrumente zuständig) hat auch auf dem fünften Studioalbum des Duos eine enorme, filmische Qualität.

Mystery Road beispielsweise, einer der Höhepunkte der Platte, wirkt wie ein heimlicher Flirt zwischen Tom Petty, David Lynch und Quentin Tarantino. Durch das instrumentale Till We Meet Again weht der Wind wie durch eine verlassene Westernstadt, A Kiss Before Dying verbreitet düstere Romantik, und zwar so stilvoll, dass es eher zu Romeo und Julia passen würde als zu Twilight und Konsorten.

Der wichtigste Schauplatz bei Still Corners ist weiterhin die Wüste. „We found something out there in the desert – something in the vast landscapes that went on forever“, sagt Greg Hughes, und so befindet sich dort natürlich auch The Last Exit. Der Titelsong eröffnet das Album mit Mundharmonika, Bezügen zu Dunkelheit, Nirgendwo und dem Teufel, der hinter der nächsten Ecke lauern kann. Die Stimme von Tessa Murray fügt sich wunderbar in diese Atmosphäre ein und verstärkt sie. „In einer Welt, in der jeder denkt, dass alle Ecken der Landkarte erkundet sind, möchten wir andeuten, dass es etwas darüber hinaus gibt, etwas Ewiges in der Landschaft und in unserer Psyche. Vielleicht sieht man es nicht jeden Tag, aber es ist da – und wir versuchen, eine Verbindung dazu herzustellen“, sagt sie.

Das folgende Crying greift ein paar der Motive aus The Last Exit wieder auf, ebenso mysteriös werden It’s Voodoo (der Titel bringt die Wirkung des Songs auf den Punkt, der in seiner Gitarrenarbeit und im Groove eine erstaunliche Nähe zu den Dire Straits zeigt), Bad Town (hier erinnert die Stimmung an eine Murder Ballad, und gerade in der Zurückhaltung des Lieds scheint das Unheil zu stecken), das instrumentale Shifting Dunes oder der Album-Abschluss Old Arcade, der auch gut zu Lana Del Rey passen würde.

Besonders stark sind Still Corners diesmal, wenn sie das Tempo etwas anziehen wie im schwungvollen White Sands, das man sich als eine etwas verträumte Florence Welch oder eine zu spät geborene Pat Benatar vorstellen kann. Static ist einer von mehreren Songs auf The Last Exit, die in der Corona-Zwangspause des Duos entstanden sind. Die Band hatte das Album eigentlich schon fertig, wegen abgesagter Konzerte und Videodrehs komponierten sie dann aber einfach weiter. „Es gibt immer etwas am Ende des Weges, und für uns war es dieses Album. Als unsere ursprünglichen Pläne auf Eis gelegt wurden – wir waren seit Jahren nonstop auf Tour, aber nun waren wir plötzlich gezwungen, alles zu pausieren – fanden wir mit der Krise neue Inspiration und begannen wieder zu schreiben“, sagt Tessa Murray. Diese Überstunden haben sich gelohnt, denn für Static gilt, was auch auf die Platte insgesamt zutrifft: Es lebt mehr von Atmosphäre als von Entwicklung, aber es ist keineswegs ereignislos.

Das Video zu The Last Exit spielt natürlich in der Wüste.

Website von Still Corners.

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