Th/s /s Sh/t – „///“


Künstler Th/s /s Sh/t

Th/s /s Sh/t /// Review Kritik

Die drei Streifen weisen bei Th/s /s Sh/t in die richtige Richtung.

Album ///
Label Upton Park
Erscheinungsjahr 2020
Bewertung

Die drei Streifen auf dem Cover des Debütalbums von Th/s /s Sh/t sind natürlich keine versteckte Schleichwerbung für Adidas. Neben dem Verweis auf die Schreibweise der Band aus Frankreich und den offiziellen Albumtitel /// wecken sie vielmehr andere Assoziationen. Man kann sie für Reste einer geometrischen Figur halten, für Lichtschein, das aus einem besonders gut versteckten Lost Place herausdringt, oder für Fahrbahnmarkierungen, wie man sie sofort mit dem Vorspann von Lost Highway verbindet.

All diese Interpretation sind auf ihre Weise schlüssig, nähert man sich der Musik von Loic L (Gitarre, Keyboards), Xavier L (Bass, Keyboards) und Gilles D (Schlagzeug), die als Th/s /s Sh/t zuvor bereits im EP-Format veröffentlicht haben. Ihr Ziel ist es, die verschiedenen Genres von Metal bis Jazz und Electro „hybrid, modern und zugleich kohärent“ zu vereinen, sagen sie, und das geschieht auf dem morgen erscheinenden /// in fünf Stücken, die durch vier „Transitions“ verbunden sind, sodass alles ineinander über geht, bevor es mit Transition 1.4 schließlich in lupenreinem Hardrock endet.

Der Auftakt /// zeigt die Klarheit, Struktur und Präzision, mit der das Trio agiert: Bass, Gitarre und Drums (in dieser Reihenfolge) treten mit großer Vehemenz auf den Plan, dann gibt es reichlich Filtereffekte, verfremdete Streicher, Stimmen und Orgelklänge, sodass ein Sound entsteht, den man sich auch von Underworld vorstellen könnte. Den Ahnherren dessen, was damals Big Beat hieß und sich (wie offensichtlich auch Th/s /s Sh/t) der Kombination von Dance-, DJ- und Rave-Kultur mit Rock- und Punk-Ästhetik verschrieben hatte, begegnet man auch später auf diesem Album regelmäßig: Ecstacy ist plakativ und pompös, durch seine Wucht würde es auch zu den Chemical Brothers passen, durch die Betonung von Eighties-Rock-Einflüssen auch zu aktuelleren Acts wie Maserati. Hemp beginnt mit einer Rave-Gedächtnis-Orgel, wie sie The Prodigy geliebt hätten.

Dieses dann doch sattsam bekannte Rezept reichern Th/s /s Sh/t gerade im richtigen Maß mit eigenen Zutaten wie den Streichern an, die in Amphetamine für mehr Drama sorgen, oder mit Überraschungen wie dem Stimm-Loop und der Pseudo-Fanfare in Paraldehyde. Das ist nicht bahnbrechend oder umwerfend, aber mit viel Können und ausreichend Kreativität gemacht – somit natürlich weit entfernt von Scheiße.

Ziemlich beunruhigend ist das Video zum Titeltrack.

Website von Th/s /s Sh/t.

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