The Wolf Of Wall Street


Film The Wolf Of Wall Street

The Wolf of Wall Street Review Kritik

Jordan Belfort (Leonardo DiCaprio) wird an der Börse zum Multimillionär.

Produktionsland USA
Jahr 2013
Spielzeit 179 Minuten
Regie Martin Scorsese
Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Margot Robbie, Matthew McConaughey
Bewertung

Worum geht’s?

Mit einer soliden Ausbildung und großen Plänen kommt Jordan Belfort Mitte der 1980er Jahre nach New York. Er will im Investmentbanking tätig werden und hofft, für sich und seine Frau Teresa damit ein kleines Vermögen verdienen zu können. Ausgerechnet an dem Tag, an dem er die Lizenz als Broker an der Wall Street erhält, geht allerdings die traditionsreiche Firma pleite, die ihn eingestellt hat. Notgedrungen muss er einen deutlich weniger attraktiven Job bei einer Firma auf Long Island annehmen. Dort erkennt er aber schnell, wie viel Geld sich – das nötige Verkaufstalent vorausgesetzt – mit den Provisionen an Pennystocks verdienen lässt. Jordan stürzt sich zuerst in dieses Geschäft und gründet dann seine eigene Firma, Stratton Oakmont. Schon bald wird er zu einem der bekanntesten Broker an der Wall Street, denn das Unternehmen wächst ebenso rasant wie sein eigener Kontostand. Auf die ungewöhnlichen und höchst aggressiven Geschäftspraktiken wird aber auch das FBI aufmerksam, das korrekterweise vermutet, bei Stratton Oakmont gehe nicht alles mit rechten Dingen zu. Auch privat hat Jordan schnell Stress, als er seine Frau betrügt, von ihr verlassen wird und dann mit der temperamentvollen Naomi versucht, seinen Reichtum zu genießen – und natürlich zu vergrößern.

Das sagt shitesite:

Von „Exzessen der Märkte“ sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel bekanntlich, als es zum Ende des vergangenen Jahrzehnts galt, die Finanzkrise zu bewältigen und Maßnahmen zu ergreifen, um die Wirtschaft und die Menschen vor den Auswirkungen ungebremster Spekulation zu schützen. The Wolf Of Wall Street zeigt dreierlei: Erstens, wie zutreffend der Begriff des „Exzesses“ für dieses Treiben ist. Zweitens, dass es nicht anonymisierte „Märkte“ sind, die solche Exzesse möglich machen, sondern Menschen, die Entscheidungen treffen. Drittens, dass diese Exzesse eben nicht ungewollte Nebeneffekte, sondern im System der Finanzmärkte immanent angelegt sind.

Der Film, gedreht vier Jahre nach der Pleite von Lehman Brothers, basiert auf der Autobiografie von Jordan Belfort, einem der berühmtesten Investmentbanker der 1990er Jahre. Es hätte dieses Verweises auf das echte Leben nicht bedurft, um die Prinzipien in diesem Business aufzuzeigen: Am Beginn steht ein sehr amerikanischer und beinahe kleinbürgerlicher Ehrgeiz mit dem Ziel, sich ein gutes Leben aufzubauen. Dieser entwickelt sich zum Spaß, als es gut läuft und zu den sprudelnden Einnahmen auch Anerkennung und Bewunderung kommen, zugleich der von reichlich Testosteron getriebene Anspruch, noch ein paar Konkurrenten hinter sich zu lassen und allen zu zeigen, dass man der Beste in seinem Metier ist. Schließlich wird daraus eine Sucht, die nicht mehr weit vom Wahnsinn entfernt ist. Einer der erstaunlichsten Effekte von The Wolf Of Wall Street ist, dass der Film deutlich macht, wie hohl das Streben nach immer mehr Millionen letztlich ist: Jordan Belfort wird mit zunehmendem Reichtum nicht entspannter, kultivierter oder gar glücklicher. Stattdessen machen sich Intrigen, Monotonie und Paranoia in seinem Leben breit.

Regisseur Martin Scorsese setzt das in Hochglanz-Optik um, die nach Beletage aussieht, aber letztlich nur die Gewöhnlichkeit der Protagonisten unterstreicht. Zwergenweitwurf, Orgien mit Prostituierten, Drogen en masse: Das sind ebenso Anzeichen dafür wie die in höchstem Maße vulgären Dialoge. Besonders clever ist, wie sich The Wolf Of Wall Street moralisch positioniert: Belfort ist hier mindestens ebenso sehr Held wie Schurke, im Vergleich zu vielen seiner Mitstreiter eher ein Sympath. Dennoch ist klar, wie verwerflich sein Handeln und das Geschäftsgebaren seiner Firma sind. Dass er dafür zumindest teilweise entschuldigt wird, liegt auch daran, dass der Film seine Opfer nicht zeigt. Auch diese Menschen, die aus ihrem Ersparten eine möglichst hohe Rendite herausholen wollten und dabei vom echten Jordan Belfort um rund 200 Millionen Dollar geprellt wurden, sind nämlich desselben Verlangens schuldig wie er selbst: Gier.

Bestes Zitat:

„Niemand kann vorhersagen, ob eine Aktie steigt oder fällt.“

Der Trailer zum Film.

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