Then She Found Me


Film Then She Found Me

Then She Found Me Review Kritik

April (Helen Hunt) will unbedingt ein eigenes Baby.

Produktionsland USA
Jahr 2007
Spielzeit 97 Minuten
Regie Helen Hunt
Hauptdarsteller Helen Hunt, Colin Firth, Bette Midler, Matthew Broderick
Bewertung

Worum geht’s?

April ist 39 Jahre alt, Lehrerin und seit einem Jahr mit Ben verheiratet, einem Kollegen an ihrer Schule. Sie will unbedingt schwanger werden, doch dann drängen sich binnen ganz kurzer Zeit andere Themen in ihrem Leben in den Vordergrund. Ihr Mann verlässt sie wortlos, ihre Adoptivmutter stirbt, kurz darauf meldet sich ihre leibliche Mutter, die sich als ziemlich berühmte Talkshow-Moderatorin entpuppt. Nicht zuletzt beginnt sie einen Flirt mit Frank, dem frisch geschiedenen Vater eines ihrer Schüler. Die Romanze mit ihm entwickelt sich ähnlich schwierig wie die Annäherung an ihre kapriziösen Mutter. Als es mit Frank dann gerade ernst zu werden verspricht, wird ihr klar, dass sie schwanger ist, und zwar von ihrem Ehemann. Das Kind wurde am Tag der Trennung gezeugt, und was vor kurzem noch die Erfüllung ihres größten Wunsches gewesen wäre, erweist sich nun als gehöriges Problem.

Das sagt shitesite:

Helen Hunt, die drei Jahre vor dem Kinostart dieses Films übrigens eine Tochter zur Welt brachte, übernimmt in Then She Found Me neben der Hauptrolle auch erstmals die Regie, zudem hat sie am Drehbuch mitgearbeitet, das auf einem Roman von Elinor Lipman beruht. Ganz geglückt ist dieses Multitasking nicht: Die Tragikomödie, die auch unter dem Titel Als sie mich fand bekannt ist, verliert sich in zu vielen Beziehungskonflikten und einer nicht gut austarierten Balance zwischen teils greller Situationskomik und sensibler Ernsthaftigkeit.

So spektakulär Bette Midler beispielsweise die überdrehte, eitle Bernice spielt, so wenig passt deren Lautstärke zu vielen anderen Passagen des Films. Auch als klar ist, dass Bernice selbst mit ihrer (verweigerten) Rolle als Mutter hadert und immer neue Märchen und Notlügen erzählt, um in erster Linie ihr Selbstbild und ihr Narrativ von „Es war richtig, meine Tochter zur Adoption freizugeben“ zu retten, bleibt dieser Eindruck bestehen.

Dass der Konflikt zwischen Biologie und Gefühl, der in Then She Found Me im Zentrum steht (April hat ihre Adoptivmutter geliebt, die leibliche Mutter ist für sie eine Fremde), dann auch noch auf ihr eigenes Liebesleben übertragen wird, führt dazu, dass die Handlung überfrachtet wird und man viele der stillen, einfühlsamen Momente dieses Films kaum auskosten kann. Falls sie mit Frank eine glückliche Beziehung führen kann – ist es dann schlimm, dass sie ein Kind von ihrem Ex-Mann hat? Wird Ben ein Problem damit haben, wenn sein Kind bei einem anderen Mann in einer intakten Familie groß wird, nur weil er es gezeugt hat? Ist Aprils Erfahrung, als adoptiertes Kind behütet aufzuwachsen, wirklich so viel weniger wert als der Wunsch nach Gewissheit bezüglich der genetischen Identität? Wird sie ihr Glück mit dem Mann finden, mit dem sie alles aussprechen kann, oder ist doch eher der andere richtig für sie, mit dem es eine ebenso intensive körperliche Verbindung gibt?

Es sind anspruchsvolle Fragen, die Then She Found Me stellt. Der Film verzettelt sich zwar gelegentlich darin, bietet aber immerhin einen ungewöhnlichen, erwachsenen Blick auf Beziehungskonflikte und Familienleben, mit einer Helen Hunt als Hauptdarstellerin, die ebenso zerbrechlich und bangend sein kann wie entschlossen und verletzend.

Bestes Zitat:

„Ich habe das Gefühl, du bist die Belohnung für alles, was ich in meinem Leben richtig gemacht habe.“

Der Trailer zum Film.

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