Wir müssen draußen bleiben


Es war ein nettes Experiment. Bei Anne Will wurde gestern Abend der Versuch unternommen, Thilo Sarrazin zu rehabilitieren. Zumindest wurde der Mann, der angeblich „das ausspricht, was viele in diesem Land denken“ und in Wirklichkeit doch nur vor Augen fühlt, wie viele in diesem Land überhaupt nicht denken, sehr dezent eingeführt. Doch in der Debatte um die Frage, ob wir Flüchtlinge aus Afrika aufnehmen sollten, brauchte Sarrazin nur wenige Minuten, um sich komplett ins Abseits zu reden. Am Ende hatte er sogar seinen einzigen Verbündeten in der Runde verloren – und es will schon etwas heißen, wenn der bayerische Innenminister sich von zu populistischen Parolen abwendet.

Zudem zeigte die Talkrunde, in der auch Fußballprofi Gerald Asamoah zu Gast war, wieder einmal: Dass Menschenrechte nicht nur für Deutsche gelten, sondern für alle Menschen, das vergisst man hierzulande sehr gerne, sobald das Bekenntnis dazu etwas kosten könnte. Zum Beispiel die eigene Bequemlichkeit. Oder auch bloß ein paar Wählerstimmen.

Die komplette Rezension zur Sendung mit Thilo Sarrazin samt einer Fotostrecke mit den schrägsten Gästen bei Anne Will gibt es bei news.de.

 

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