Wish I Was Here


Film Wish I Was Here

Wish I Was Here Review Filmkritik

Aidan (Zach Braff) muss seine Kinder selbst unterrichten.

Produktionsland USA
Jahr 2014
Spielzeit 106 Minuten
Regie Zach Braff
Hauptdarsteller Zach Braff, Kate Hudson, Jim Parsons, Josh Gad
Bewertung

Worum geht’s?

Aidan träumt schon viel zu lange von einer Karriere als Schauspieler. Während der Durchbruch schon seit einigen Jahren auf sich warten lässt, rücken ein paar sehr reale Probleme immer näher, die auch viele andere 35-Jährige teilen. Das muss er spätestens feststellen, als sein Vater an Krebs erkrankt und sich für eine experimentelle Behandlung auf eigene Kosten entscheidet. Somit kann er die jüdische Privatschule nicht mehr bezahlen, die Aidans Kinder bisher besucht haben. Weil sich auf die Schnelle auch keine andere Betreuungsmöglichkeit findet, unterrichtet Aidan seinen Sohn und seine Tochter kurzerhand selbst zuhause. Natürlich hat er weder Ahnung von dem Stoff, der dafür relevant ist, noch die nötige pädagogische Kompetenz. Zu seiner Überforderung kommen die Sorge um den kranken Vater, ein durchgeknallter Bruder und die Zweifel seiner Frau, die schon seit Jahren die Familie über Wasser hält und keine große Lust hat, noch länger die einzige Erwachsene im Hause zu sein.

Das sagt shitesite:

Das Spektakulärste an Wish I Was Here ist die Tatsache, dass der Film mehrere Millionen Dollar via Crowdfunding einwerben konnte. Das ist nicht ganz überraschend angesichts der treuen Fangemeinde, die Zach Braff als Darsteller in Scrubs und noch mehr als Macher von Garden State um sich scharen darf. Vielleicht ist es allerdings gerade diese Loyalität, die zu einem Teil des Problems an diesem Film wurde: Die vermeintliche Unabhängigkeit durch das ungewöhnliche Finanzierungsmodell nutzt er lediglich, um fast genau das zu machen, was man erwarten durfte.

Wieder hat er (gemeinsam mit seinem Bruder) das Drehbuch geschrieben, zudem die Hauptrolle übernommen und Regie geführt. Wie in Garden State nimmt er die (im Maßstab des US-Kinos) gar nicht so großen Probleme halbwegs normaler Leute in den Blick und führt aus dieser Perspektive heraus zu großen Themen wie Spiritualität und Verantwortung. „Du weißt doch nichts! Was willst du sie lehren?“, muss sich Aidan von seinem Vater sagen lassen, als er ihm von der Idee zum Home-Schooling erzählt. Seine Frau ahnt derweil zwar nichts von seinen Tagträumen, in denen er als Superheld unterwegs ist, hat aber sehr wohl auch eigene Wünsche, die sie gerne verwirklichen würde, wenn sie jemals in einer so komfortablen Situation sein sollte wie ihr Mann. Selbst die Kinder müssen erkennen, dass ihr bisheriges Aufwachsen auf einer Privatschule so sehr einem Idyll gleicht, dass die Eltern es für vollkommen unvorstellbar halten, sie der harten Realität einer öffentlichen Schule auszusetzen. Stattdessen überlegt sich Aidan eigene Lehrinhalte, und ebenso wie der Zuschauer erkennt er selbst dabei: So improvisiert wie sein Unterricht ist eigentlich sein gesamtes Leben. Es droht einzustürzen, wenn nur ein winziger Baustein ins Wanken gerät.

Natürlich wird das wieder begleitet von einem formidablen Indie-Soundtrack, aber unterm Strich ist Wish I Was Here genauso liebevoll, aber brav wie die Musik der Shins, die darauf erneut eine sehr prominente Rolle spielen. Die Ausgangssituation hätte noch mehr hergegeben, doch so entsteht nur ein netter, in wenigen Momenten tiefgründiger, in einigen weiteren Szenen sehr amüsanter Film über die Gewissheit, wie schwer es ist, ein Held zu sein – und wie leicht es sein kann, wenn man Heldentum einfach ein bisschen bescheidener definiert

Bestes Zitat:

„Nichts im Leben verlangt von uns mehr Mut, als einzugestehen, dass es endet.“

Der Trailer zum Film.

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