Yes Cadets – „Le Mans“


Künstler Yes Cadets

Yes Cadets Le Mans Review Kritik

Ein Trio aus Nordirland steckt hinter den Yes Cadets.

EP Le Mans
Label Humming Records
Erscheinungsjahr 2012
Bewertung

Was die drei Kadetten aus Belfast mit dem legendären Rennsport-Ort zu tun haben, der ihrer ersten EP den Namen gibt, erschließt sich in den fünf Tracks auf Le Mans nur bedingt. Man darf im Titelsong, der gleich am Beginn steht und immerhin von zurückgelegten Distanzen handelt, aber zumindest eine Vermutung anstellen: Alan Haslam (Gesang, Gitarre), Lisa Mageean (Gesang, Schlagzeug) und Steven Matthews (Bass) wissen, dass man nicht zwingend Vollgas braucht, um ein Rennen zu gewinnen, sondern eine Balance aus Kontrolle und Wagemut.

Die Nordiren, die LCD Soundsystem, The Knife, The Cure oder My Bloody Valentine als Einflüsse benennen und schon im Vorprogramm von Yuck, den Guillemots oder The Antlers zu sehen waren, bestätigen diesen Eindruck auch in den vier weiteren Songs. Leichtigkeit und Sonne prägen diese EP (das verspielte Seconds In A Minute erinnert an Friendly Fires und erweist sich als äußerst attraktive Verpackung für das Versprechen „You don’t have to be alone“), sie wissen auch genau, wie man Luft und Raum einsetzt (wie das originelle Arrangement von French Kiss beweist).

Allerdings ist Le Mans auch kein Volltreffer. Trotz der Beschränkung auf das EP-Format nutzt sich das Rezept von Yes Cadets recht schnell ab. River Runs Dry ist ein Beispiel dafür: Der Song ist etwas getragen in der Atomsphäre, bevor es dann im Refrain deutlich rockig wird. Allerdings hat man solche Genre-Sprünge und Stimmungswechsel auch schon wirkungsvoller gehört, etwa bei Yalta Club. Auch Harrier, mit dem das 2009 gegründete Trio dieses Werk abschließt, zündet nicht unmittelbar und scheint lieber auf Distanz bleiben zu wollen.

Warum das so ist, lässt sich nicht ganz einfach erklären, weil Yes Cadets hier sehr vieles richtig machen. Vielleicht liegt es an der häufig eingesetzten Kopfstimme von Haslam, die nicht allzu viel Leidenschaft erlaubt. Auch etwa mehr Tempo könnte helfen, weil die Tracks dann tanzbarer wären. Manchmal würde man sich auch wünschen, die Vielfalt an Ideen und Einflüssen könnte in Chaos münden. Mit anderen Worten: Gelegentlich wäre in Le Mans dann doch auch Vollgas ganz schön.

Auch im Video zu Le Mans: weit und breit kein Rennauto.

Yes Cadets bei Facebook.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.