Jonathan Franzen – „Unschuld“
Das Internet ist genau wie die DDR, lautet die These im neuen Roman von Jonathan Franzen. Er findet in „Unschuld“ die nötigen poetischen Mittel, um diese Parallele zumindest halbwegs plausibel zu machen.
Manche nennen es Popkultur: Musik, Film, Bücher, Leipzig
Kritiken und Rezensionen von Romanen, Sachbüchern und Erzählungen. Berichte von Lesungen und Interviews mit Autoren.
Das Internet ist genau wie die DDR, lautet die These im neuen Roman von Jonathan Franzen. Er findet in „Unschuld“ die nötigen poetischen Mittel, um diese Parallele zumindest halbwegs plausibel zu machen.
Nach großartigen Erzählungen, großartigen Kunstwerken und großartigen Filmen hat Miranda July nun einen Roman geschrieben. „Der erste fiese Typ“ ist auch großartig – und ein bisschen wie Fight Club für Frauen.
Chile, 1971: Ein Deutscher soll beim Aufbau des Sozialismus helfen. Nach dem Putsch muss er um sein Leben bangen – und seine Ideale hinterfragen. Sascha Reh gelingt mit „Gegen die Zeit“ ein erstaunlich aktueller Roman in welthistorisch brisantem Setting.
Wie konnte man als jüdisches Kind in Deutschland die Nazi-Zeit überleben? „Uns kriegt ihr nicht“ lässt 15 Zeitzeugen zu Wort kommen und liefert doch keine Antwort darauf. Denn jedes Schicksal, so zeigt das Buch, war anders.
Mit Bewunderung, aber nicht naiv blickt Sylvie Simmons in ihrer Biografie auf Leonard Cohen. Sie zeichnet ihn als Mann mit großem Charakter, den bei aller Anerkennung aber auch stets Selbstzweifel begleiteten.
Die Geschichte der Genetik zeichnet Sam Kean in „Doppelhelix hält besser“ nach, sehr anschaulich und mit vielen kuriosen Beispielen. Nur die Sache mit dem Humor sollte er lieber lassen.
Die Erde ist vergiftet, der Rest der Menschheit lebt in einem riesigen unterirdischen Bunker. Hugh Howey hat mit „Silo“ einen klaustrophobischen Endzeit-Thriller geschrieben, der Action mit einem sehr aktuellen Konflikt verbindet.
Die Autobiografie von Gary Shteyngart geht derselben Frage nach wie seine Romane: Wie ist es, als jüdischer Sowjetjunge in den USA klarkommen zu müssen?
Ein Investigativ-Reporter jagt einen mysteriösen Horrorfilm-Regisseur. Aus diesem ungleichen Duell macht Marisha Pessl einen sagenhaft spannenden Thriller.
Opportunismus ist das wichtigste Thema im vierten Roman von Norbert Leithold. Leider ist „Herrliche Zeiten“ völlig mit historischem Zierrat überfrachtet.
Der Preis der deutschen Einheit liefert zu einem noch immer emotional aufgeladenen Thema reichlich Fakten statt Vorurteile, Fußnoten statt Ressentiments.
Eine fiktive Rockstar-Biographie liefert Joseph O’Connor mit seinem achten Roman ab. „Die wilde Ballade vom lauten Leben“ zeigt, wie gerne er selbst ein Rockstar gewesen wäre – und wird ein großes Vergnügen, nicht nur für Musikfans.
Nach knapp 3000 Jahren Forschung stehen wir noch immer ziemlich dumm da, zeigen Kathrin Passig und Aleks Scholz in ihrem sehr amüsanten „Lexikon des Unwissens“.
Irgendwo zwischen Satire und Ornament scheitert „White Spirit“, der fünfte Roman von Paule Constant. Sie will Afrika erklären, blickt aber auf Afrika herab.
Figuren ohne Glamour und eine Handlung ohne Konflikt – all das stört nicht im Debütroman von Ryan Bartelmay. Denn „Voran, voran, immer weiter voran“ erzählt von der Erkenntnis, dass jedes Leben tragisch sein kann.