Sizarr – „Nurture“
Das zweite Album wäre eigentlich ein guter Zeitpunkt, endlich mal eine Identität zu entwickeln. Sizarr schaffen das allerdings nicht. „Nurture“ bietet nichts als prätentiöse Posen.
Manche nennen es Popkultur: Musik, Film, Bücher, Leipzig
Kritiken, Besprechungen und Rezensionen von aktuellen Alben, EPs und Singles. Mit Bewertung und Anspieltipps.
Das zweite Album wäre eigentlich ein guter Zeitpunkt, endlich mal eine Identität zu entwickeln. Sizarr schaffen das allerdings nicht. „Nurture“ bietet nichts als prätentiöse Posen.
Wie eine Fortsetzung von Bob Dylans „Time Out of Mind“ klingt das neue Album von Duke Garwood. Auch weil die Lieder auf „Heavy Love“ wirken, als stünden sie mit einem Bein im Jenseits.
75 Minuten wie ein einziger Nebel – so klingt „Lux“. Brian Eno knüpft damit an seine „Music For Thinking“ an.
Dan Deacon ist sagenhaft produktiv, ohne dabei an Qualität einzubüßen. Sein neues Album „Gliss Riffer“ ist in den besten Momenten ekstatisch.
Kann HipHop esoterisch sein? Auf dem zweiten Album von THEESatisfaction aus Seattle lautet die Antwort eindeutig: ja. Und er kann dazu sogar noch eine politische Agenda haben.
In ihrer Heimat Mali sind Songhoy Blues Flüchtlinge im eigenen Land. „Music In Exile“ heißt deshalb ihr Debüt – es klingt manchmal wie die Zukunft.
Bluesrock. Vierzehntes Album. Aufgenommen ohne Effekte. Klingt langweilig? Nicht, wenn man seine Musik so sehr liebt und so gut beherrscht wie The Wave Pictures.
Schräg bedeutet nicht interessant. Wann lernt die durchgeknallte Jugend von Amerika das endlich? Diese Frage wirft (auch) Jib Kidder mit seinem Album „Teaspoon To The Ocean“ auf.
Nach 39:20 Minuten atmen die Lautsprecher auf. Dann ist „Transfixiation“ überstanden. A Place To Bury Strangers liefern auch auf ihrem vierten Album gloriosen Noise-Rock-Terror.
Trance ist eine sehr schlimme Musikrichtung. Wenn man sie mit R&B und Techno mischt, wird sie auch nicht besser. Das beweist Koudlam mit seinem zweiten Album.
Er war mal bei Fleet Foxes, jetzt übertrifft sich Father John Misty als Solist selbst. „I Love You, Honeybear“ ist ebenso schön wie schlau und hat ein reizvolles Lieblingsthema: Sex.
Jeff Beadle hat eine gute Stimme und gute Melodien. Leider ist beides nicht gut genug, um das notorische Wehklagen auf seinem zweiten Album dauerhaft zu ertragen.
Wenn Edward Snowden Musik machen würde, käme vielleicht so etwas dabei raus: Atari Teenage Riot attackieren auf „Reset“ den Überwachungsstaat mit ihrem üblichen Höllenfeuer.
Horror ohne Film: John Carpenter, der Mann, der „Halloween“ gemacht hat, legt mit 67 Jahren sein erstes Album vor. Es klingt finster.
Peter Kernel sind ein Duo und ein schweizer-kanadisches Liebespaar. Mit „Thrill Addict“ legen sie ein spannendes drittes Album vor, das seine ganze Pracht aber wohl erst live und/oder ergänzt durch Bilder entfaltet.