Toni Kater – „Eigentum“
Mit „Wo bist du?“ machte sich Toni Kater einen Namen. Ihr viertes Album „Eigentum“ ist leider so harmlos, dass selbst die Stärken der Platte untergehen.
Manche nennen es Popkultur: Musik, Film, Bücher, Leipzig
Kritiken, Besprechungen und Rezensionen von aktuellen Alben, EPs und Singles. Mit Bewertung und Anspieltipps.
Mit „Wo bist du?“ machte sich Toni Kater einen Namen. Ihr viertes Album „Eigentum“ ist leider so harmlos, dass selbst die Stärken der Platte untergehen.
Geografische Heimat: Wales. Genre-Heimat: Der exakte Schnittpunkt von Pop und Elektro. Historische Heimat: 1983. So lässt sich das zweite Album von Man Without Country zusammenfassen.
Menace Beach sind Slacker, aber keine Lahmärsche. Das macht das Quintett aus Leeds so besonders und das Debütalbum „Ratworld“ so gut.
Sozialkritik, Festivalkracher und das richtige Ausmaß an Blödeln: Deichkind sind auch auf „Niveau Weshalb Warum“ leider geil.
Viel näher kann man dem Prototyp von Disco nicht mehr kommen: Eine ausführliche Werkschau von Cerrone zeigt, wie der Franzose das Genre geprägt hat.
Viet Cong kommen aus Kanada und lieben es, eiskalt zu sein. Das Debütalbum des Quartetts klingt manchmal wie eine unerbittliche Kriegserklärung an das Konzept „Wohlklang“.
In Philadelphia hat es BC Campilght nicht mehr ausgehalten, deshalb ist er für sein drittes Album nach Manchester geflohen. „How To Die In The North“ bietet reichlich Verzweiflung und zeigt, was vielleicht passiert wäre, hätte Brian Wilson 1966 seine Medikamente vergessen.
2006 waren sie plötzlich weg, jetzt sind Sleater-Kinney wie aus dem Nichts zurück. Die Pause haben sie offensichtlich genutzt, um Kraft zu sammeln. Denn „No Cities To Love“ ist ein bedrohliches Monster von einer Rockplatte geworden.
Wenn Olli Schulz singt, dann gibt es auf „Feelings aus der Asche“ keine Blödeleien. Dafür gute Songs und Humor zwischen den Zeilen – als Methode zum Ertragen der Welt.
Vom Country aus wagen Katzenjammer auf ihrem dritten Album „Rockland“ spaßige Expeditionen in andere Genres. Und schreiben erstmals fast alle Songs selbst.
Atlas Losing Grip aus Schweden sind geerdeter als Metal und technisch raffinierter als Punk. Ihr Album „Currents“ wird ein seltsames Zwischending.
Archive sind viele Bands in einer, fast jeder Track des Kollektivs aus London ist ein Sammelsurium an Genres. Das neue Album „Restriction“ macht Lust auf die anstehende Europa-Tournee.
Rae Sremmurd kommen aus der Geburtsstadt von Elvis, machen auf ihrem Debütalbum „SremmLife“ allerdings HipHop. Und zwar mit einer kurzweiligen Frische und Unschuld.
Dass Frauen im Rap erniedrigt werden, ist schlimm. Wenn sie sich freiwillig selbst erniedrigen, ist das noch schlimmer. Nicki Minaj zeigt mit ihrem dritten Album „The Pinkprint“ fast alles, was schief läuft im Mainstream-HipHop.
Seit 2009 hat Tobias Siebert an „Another Half Life“ gearbeitet. Er macht alles bei seinem Projekt And The Golden Choir alleine – und ist dennoch eine Band und ein Chor.