Hingehört: Lambert – „Sweet Apocalypse“
Halbwegs nette Klaviermusik wird auch nicht spannender, wenn der Pianist eine Maske trägt. Das zeigt Lambert mit „Sweet Apocalypse“.
Manche nennen es Popkultur: Musik, Film, Bücher, Leipzig
Kritiken, Besprechungen und Rezensionen von aktuellen Alben, EPs und Singles. Mit Bewertung und Anspieltipps.
Halbwegs nette Klaviermusik wird auch nicht spannender, wenn der Pianist eine Maske trägt. Das zeigt Lambert mit „Sweet Apocalypse“.
Punk mit Augenzwinkern, großer stilistischer Freiheit und queerem Selbstbewusstsein: Das macht das zweite Album von PWR BTTM aus. Überschattet wird „Pageant“ allerdings von einem Sexskandal.
Der Ausstieg des Co-Frontmanns hat sich auf Mando Diao äußerst belebend ausgewirkt: Auf „Good Times“ finden die Schweden ihren Markenkern wieder.
Electropop mit sozialem Gewissen gibt es auf dem ersten Album von Woman aus Köln.
Früher waren sie bei AFI und No Doubt, jetzt machen sie Eighties-Schmalzpop: Dreamcar erweist sich als ein fragwürdiges Projekt. Nicht wegen der Wahl des neuen Genres, sondern wegen fehlender Glaubwüridgkeit.
Nick Cave And The Bad Seeds machen vielleicht die Musik, die Kulturpessimisten befürchtet hatten, als sie die ersten Gehversuche des Rock’N’Roll verdammten. Die Werkschau „Lovely Creatures“ blickt auf 30 Jahre der Band zurück.
Die Neuseeländerin Fazerdaze bekommt auf ihrem Debütalbum „Morningside“ reichlich Lieder hin, die in ihrer Gelassenheit fast spektakulär sind.
Auf „Best Troubador“ interpretiert Bonnie „Prince“ Billy die Lieder von Merle Haggard. Das Ergebnis sind sechzehn Beweise dafür, wie schön das Traurigsein klingen kann.
Schöne Stimme, wenig Charakter: Jake Isaac aus London sucht auf seinem Debütalbum „Our Lives“ viel zu oft den kleinsten gemeinsamen Nenner.
Erstaunlich introvertiert zeigt sich Mac DeMarco auf seinem dritten Album. Langweilig wird „This Old Dog“ trotzdem nicht.
Peinlich, gestrig, unaufrichtig: Selbst für die Maßstäbe des Progressive Rock sind An Early Cascade auf ihrem zweiten Album unfassbar selbstgerecht und albern.
Dass Zurückhaltung, Wegducken und Schüchternheit muss noch lange keine Langeweile bedeuten muss, haben Slowdive als erfolglose Pioniere des Shoegaze propagiert. Jetzt hat es auch der Rest der Welt mitbekommen, deshalb gibt es nach 22 Jahren tatsächlich ein neues Album der Engländer.
Zehn Tage am Stück, kleine Besetzung, keine Vorbereitung – aus diesem Konzept macht Puder zwei sehr eigenständige und originelle „Session Tapes“.
An zwei Tagen hat Julia Holter die Stücke von „In The Same Room“ live im Studio aufgenommen. Die Virtuosität und Kreativität ihrer Musik bleibt auch in diesem Rahmen unverkennbar.
Wenige Künstler können so viel Gefühl und Intimität in Computermusik bringen wie Joe Goddard. Das beweist auch das zweite Soloalbum des Hot-Chip-Mannes.