Corona-Musik 14 mit Ben Howard, Beabadoobee, Klangstof, Jungstötter und Lindemann
Ein neuer Trend: Musik, die zur Sehnsucht nach der Zeit vor Corona passt. Lindemann und Beabadoobee haben da etwas im Angebot.
Manche nennen es Popkultur: Musik, Film, Bücher, Leipzig
Plattenkritiken, Rezensionen von Alben, EPs und Singles, Konzertberichte, Listicles, Interviews mit Musikern und Musiktipps.
Ein neuer Trend: Musik, die zur Sehnsucht nach der Zeit vor Corona passt. Lindemann und Beabadoobee haben da etwas im Angebot.
Die Musik des Hedvig Mollestad Trio zwischen Rock und Jazz ist auf Album #7 insgesamt vertraut und im Detail dennoch geheimnisvoll.
Auch auf „World’s Most Stressed Out Gardener“ steckt im Wohlklang, den Chad VanGaalen produziert, immer wieder viel Wahnsinn und Wagemut. Besondere Inspirationsquelle diesmal: Brokkoli.
Nicht so prickelnd wie Schaumwein, aber viel abwechslungsreicher als der Südstaaten-Standard: Tennessee Champagne überzeugen mit Herzblut und Herzschmerz.
Mit „Amapiano Selections“ stellt Teno Africa einen neuen elektronischen Sound aus seiner südafrikanischen Heimat vor. Gesang ist dabei verzichtbar, DIY-Ethos hingegen gern gesehen.
Die Stimme kommt bei Mint Julep aus dem Wolken, die Instrumente werden in Watte gepackt. Das Duo aus Portland hat auf „In A Deep And Dreamless Sleep“ also Shoegaze für sich entdeckt.
Zwischen solide, ganz nett und geschmackvoll bewegen sich die Songs von Timo Scharf auf der EP „Everything Ever Always Is All Forgotten“.
Die Mitglieder der Kombinaten aus Köln haben früher Ska gemacht. Auf „Lautwort“ bieten sie Gitarrenmusik auf einem sehr überschaubaren Niveau, aber mit viel Selbstgerechtigkeit.
Die Sehnsucht nach Konzerten ist groß: Als Ersatzdroge haben Ivy Flindt und Val Sinestra ganze Alben neu live eingespielt. Dropkick Murphys laden zum Charity-Event, New Pagans zur Release-Party – natürlich ebenfalls digital.
Mit der EP „Massifs Of Me“ will Jungstötter eine Verbindung zwischen seinem 2019er Debüt und der neuen Platte schaffen, die gerade entsteht.
K.I.Z. sind nach langer und Fury In The Slaughterhouse nach noch längerer Pause zurück. Danger Dan überrascht derweil als Liedermacher.
Peter Licht überrascht auf „Beton und Ibuprofen“ mit der Fähigkeit, seine trüben Inhalte in schillernde Klänge zu hüllen. Die Botschaft heißt vielleicht: Auch das Dunkel macht etwas mit uns, und dieses Etwas ist besser als nichts.
Nach 20 Jahren mit seinem Soloprojekt Fruit Bats hat Eric D. Johnson noch immer Lust darauf – und vertont perfekt Spleens und Skurrilitäten.
Die Musik von Melodiesinfonie & Fiona Fiasco ist hübsch, hat aber auch genug Substanz und Überraschungen, um nicht langweilig oder beliebig zu sein.
Als „eine brutale, aber wunderschöne Aufnahme, eingebettet in eine gemeinschaftliche Katastrophe“, beschreibt Nick Cave sein spontanes Gemeinschaftswerk mit Warren Ellis. Das stimmt.