Alex Cameron – „Forced Witness“
Die Musik von Alex Cameron wirkt wie aus der Zeit gefallen. Nicht nur, weil der Australier auf „Forced Witness“ reichlich Eighties-Sound bietet, sondern vor allem, weil es hier noch echte Gefühle gibt.
Manche nennen es Popkultur: Musik, Film, Bücher, Leipzig
Plattenkritiken, Rezensionen von Alben, EPs und Singles, Konzertberichte, Listicles, Interviews mit Musikern und Musiktipps.
Die Musik von Alex Cameron wirkt wie aus der Zeit gefallen. Nicht nur, weil der Australier auf „Forced Witness“ reichlich Eighties-Sound bietet, sondern vor allem, weil es hier noch echte Gefühle gibt.
Auch das elfte Album von Ariel Pink klingt, trotz bedeutungsschwangerer Randnotizen, wie ein Sampler mit lauter Liedern von halbtalentierten Egozentrikern.
Fuck Art, Let’s Dance sind weiter die richtige Wahl für alle, die sich auch heutzutage noch nach der Indiedisco anno 2005 sehnen. Statt Ausrufezeichen hätte ihr zweites Album „Forward! Future!“ allerdings etwas mehr Abwechslung gebrauchen können.
Mit Musik aus Schwedenkrimis will Violinistin Mari Samuelsen nicht nur die Klasswikwelt begeistern, sondern schielt offenbar auch auf das Mainstream-Publikum.
Herbstlich klingt „Resurgam“, trotzdem zeigt Fink hier auch Lust auf Rhythmus und Dynamik. Daran hat der Produzent ebenso Anteil wie die Live-Erfahrung.
Das Debütalbum von Sløtface aus Norwegen hat viel Eigenständigkeit, Cleverness und Energie. Was an „Try Not To Freal Out“ am meisten überrascht, ist der Ehrgeiz des Quartetts.
Auf ihrem vierten gemeinsamen Album intensivieren Angus und Julia Stone ihre Zusammenarbeit noch. Seinen Reiz bezieht „Snow“ aber aus den kleinen Unterschieden zwischen den Geschwistern.
Die Musik der Attic Sleepers ist schick wie aus einem Modemagazin, die Stimme klingt wie aus einem bedeutenden Roman. Das Debütalbum „Transit“ ist eine Freude für Fans von Alternative Folk.
For Them All aus Rheinland-Pfalz machen Emo-Punk mit besonderer Vorliebe für Eingängigkeit. Die EP „Thoughts“ zeigt, wie viel Punch das trotzdem haben kann.
Cro verlässt mit seinem dritten Album „Tru“ die Komfortzone, verzichtet auf Hits und ist ambitioniert wie nie.
LIRR sind im Kern Emo, wagen sich auf ihrem Debütalbum aber auch in extrem weit entfernte Genres vor. Das funktioniert wegen der unerschütterlichen Überzeugung, dass genau dieser Sound das ist, was sie machen wollen.
Americana funktioniert auch, wenn ein New Yorker mit vier Berlinern musiziert, zeigen Random Willson & Brokof. „Brother Equal“ fehlt aber die Spannung.
So vielseitig wie nie präsentieren sich die Beatsteaks auf „Yours“. Das funktioniert nicht in allen Fällen, zeigt insgesamt aber eine Band, die auch nach 20 Jahren noch gut im Saft steht.
Große Botschaften, superbe Arrangements: The Pains Of Being Pure At Heart schaffen es auf „The Echo Of Pleasure“, ihr sehr hohes Indiepop-Niveau noch einmal zu steigern.
Kunstvolle Klangcollagen setzen auf dem dritten Album des Hidden Orchestra das Kopfkino in Gang. Wichtie Zutaten dabei: Archivmaterial, zwitschernde Vögel und Gin Tonic.