Draufgeschaut: AI – Künstliche Intelligenz

April 30, 2010 · Posted in Bewegtbild, DVD-Regal · Comment 

David (Haley Joel Osment) ist ein Kind-Roboter.

Film AI – Künstliche Intelligenz
Produktionsland USA
Jahr 2001
Spielzeit 146 Minuten
Regie Steven Spielberg
Hauptdarsteller Haley Joel Osment, Frances O’Connor, Sam Robards, Jake Thomas, Jude Law, William Hurt
Bewertung ***

Worum geht’s?:

Eine Roboterfirma hat im 22. Jahrhundert einen ganz besonderen Prototyp entworfen: David, das neueste von vielen Erfolgsmodellen, ist ein Kind, das zu echter Liebe fähig ist. Ein Ehepaar, dessen eigener Sohn im Koma liegt, testet das Gerät. Doch als Martin aus dem Koma erwacht, entsteht ein gefährlicher Konflikt zwischen den beiden Jungen. Der Roboter wird ausgesetzt – und versucht fortan, zum Menschen zu werden, um wirklich geliebt zu werden.

Das sagt shitesite:

Fantastisch und märchenhaft, verstörend und mit wirklich bewegenden Szenen. Insgesamt allerdings zu diffus. Weder der Konflikt zwischen Roboter und Mensch noch die Diskrepanz zwischen Sehnsucht und Eifersucht oder die düsteren Zukunftsszenarien werden wirklich ausgeleuchtet.

Der Trailer zum Film:

Hingehört: Ash – “A – Z, Vol. 1″

April 29, 2010 · Posted in CD-Regal, Musik · 1 Comment 

Auf "A - Z, Vol.1" versammeln Ash 13 taufrische Singles.

Künstler Ash
Album A-Z, Vol. 1
Label Atomic Heart
Erscheinungsjahr 2010
Bewertung ****

Eigentlich wollten Ash nie wieder eine CD veröffentlichen. Morgen erscheint trotzdem A – Z, Vol. 1. Das Album ist nicht nur eine Freude für alle, die gekonnte Rockmusik mit tollen Melodien lieben. Es führt Ash auch zu ihren eigentlichen Stärken zurück. Und es zeigt, wie eine spannende Veröffentlichungspolitik in Zeiten von sterbenden Plattenfirmen aussehen kann.

Die komplette Rezension gibt es auf news.de.

Der Clip zum unschlagbaren Joy Kicks Darkness (die Leute in dem Club müssen taub sein, so reserviert wie sie bleiben):

Ash bei MySpace.

Hingehört: A Camp – “Colonia”

April 28, 2010 · Posted in CD-Regal, Musik · Comment 

Nina Persson gibt wieder das elegante Opferlamm.

Künstler A Camp
Album Colonia
Label Reveal Records
Erscheinungsjahr 2009
Bewertung ***1/2

Schon bei den Cardigans ging es verdammt oft um das Design. Geschmackvolle Plattencover, tolle Outfits, stilvolle Videoclips: Von Beginn an waren die Schweden eine Band aus einem Guss – und mit strengen ästhetischen Prinzipien.

Dass Sängerin Nina Persson mit ihrem Nebenproject A Camp eigentlich weg von dieser Herangehensweise wollte, ist nun fast putzig ironisch. „Die Songs der Cardigans sollen immer sehr clever sein. Ich konzentriere mich beim Schreiben eher auf meine Gänsehaut“, hat sie dem Rolling Stone einmal den Unterschied zwischen Haupt- und Nebenjob erklärt. Doch auf dem zweiten A-Camp-Album Colonia rückt sie wieder so nah an die (zuletzt ebenfalls ruhiger und akustischer gewordenen) Cardigans heran, dass man beides kaum noch voneinander unterscheiden kann. Denn was zuletzt für die Cardigans galt, greift nun auch für Colonia: Es geht hier nicht um Botschaften, Rhythmen oder Songs. Es geht um Atmosphäre.

Colonia ist der perfekte Soundtrack für einen Sonntag im Herbst. Für jene, die ihr Fahrrad nach einem dämlichen Sturz nach Hause schieben müssen, aber froh sind, sich nicht ernstlich verletzt zu haben. Oder für alle, die sich auf einem Segelboot treiben lassen – weg von einer Chance, der sie nachtrauern.

Es gibt extrem eleganten, gerne opulenten Pop, der gerne mit sich selbst spielt, doch es nie wagen würde, dem Weg direkt ins Ohr etwas entgegen zu stellen. Nina Persson kann eben nicht raus aus ihrer Haut. Sie hat nun einmal diese Stimme, die sich bedingungslos einschmeichelt und dennoch vom Verstoßenwerden weiß. „Ich mache mich in meinen Texten ständig zum Opferlamm“, sagt sie – und diese Rolle dominiert auch diesmal.

Im barock-bitterbösen The Crowning als eine von vielen, im zarten Chinatown als Fremde. Im wunderhübschen Stronger Than Jesus, dem fatalistischen It’s Not Easy To Be Human und dem herrlich trägen Rausschmeißer The Weed Hat Got There First als ultimativ, existenziell, absolut Ernüchterte. Im tristen Bear On The Beach als Beobachtende und Seelenverwandte, im orchestralen Love Has Left The Room auf der Suche nach Versöhnung und Trost. Im herrlich gesungenen I Signed The Line, einer Art Nachfolger für das grandiose I Can Buy You, als ewig Zweifelnde.

Das alles ist natürlich so bezaubernd wie eh und je, kann den entscheidenden Widerspruch zwischen Seelenstriptease und Klangtapete aber nicht immer auflösen. Eine echte, perfekte Form für ihre Pein findet Nina Persson nur zweimal: Golden Teeth And Silver Medals ist ein herzzerreißendes Duett mit Nicolai Dunger. Und My America zeigt sie ein einziges Mal mit erhobenem Haupt und einem kleinen, wissenden Lächeln auf den Lippen – eine Pose, die ihr ganz ausgezeichnet steht.

Wenn das ein Brautkleid ist, dann sollte sie sich bei diesem Text die Sache mit dem Heiraten echt nochmal überlegen: Der Clip zu Stronger Than Jesus:

A Camp bei MySpace.

Draufgeschaut: Wahre Lügen

April 28, 2010 · Posted in Bewegtbild, DVD-Regal · Comment 
Die Reporterin Karen (Alison Lohman) erzählt Lanny (Kevin Bacon) nichts von ihrer wahren Identität.

Die Reporterin Karen (Alison Lohman) erzählt Lanny (Kevin Bacon) nichts von ihrer wahren Identität.

Film Wahre Lügen
Originaltitel Where The Truth Lies
Produktionsland Kanada/Großbritannien/USA
Jahr 2005
Spielzeit 108 Minuten
Regie Atom Egoyan
Hauptdarsteller Kevin Bacon, Colin Firth, Alison Lohman, David Hayman
Bewertung ****

Worum geht’s?

Lanny Morris und Vince Collins sind das beliebteste Comedy-Duo ihrer Zeit. Der eine ist ein Chauvi, der andere ein Ehrenmann. Nichts kann ihrem Erfolg etwas anhaben – nicht einmal die Tatsache, dass eines Tages die Leiche eines jungen Mädchens in ihrem Hotelzimmer gefunden wird. 15 Jahre später will die junge Journalistin Karen dem Fall nachgehen und eine Biografie des Duos schreiben. Doch ihrem Ziel steht nicht nur Lanny im Weg, der gerade selbst eine Autobiografie plant und deshalb nicht kooperieren will. Auch die Tatsache, dass Karen als Kind einst selbst für die beiden Stars geschwärmt hat, steht ihrer Recherche im Weg. Traut sie ihren einstigen Helden wirklich einen Mord zu?

Das sagt shitesite:

Zwei Zeitebenen, zwei mysteriöse, alternde Stars (grandios abgründig verkörpert von Kevin Bacon und Colin Firth), zwei Bücher, die beide die einzige Wahrheit für sich reklamieren: Egoyan konstruiert in Wahre Lügen ein feines Geflecht aus Verdacht und Verblendung, Zuneigung und Misstrauen. Wie in Wahre Lügen nach und nach die Wahrheit (und manches andere) entblättert wird, ist durchaus fesselnd. Dazu kommt eine bestechende Optik, eine herrliche Film-Noir-Atmosphäre und der Mut, Drogen als Drogen, Sex als Sex und Lügen als Lügen zu zeigen – auch und erst recht in Hollywood.

Der Trailer zum Film:

Draufgeschaut: Gladiator

April 28, 2010 · Posted in Bewegtbild, DVD-Regal · Comment 
Der Feldherr Maximus (Russell Crowe) soll Kaiser werden. Doch dann wird er zum Sklaven.

Der Feldherr Maximus (Russell Crowe) soll Kaiser werden. Doch dann wird er zum Sklaven.

Film Gladiator
Produktionsland Großbritannien/USA
Jahr 2000
Spielzeit 149 Minuten
Regie Ridley Scott
Hauptdarsteller Russell Crowe, Joaquín Phoenix, Connie Nielsen, Oliver Reed, Ralf Möller, Richard Harris, Derek Jacobi
Bewertung **

Worum geht’s?

Maximus ist ein römischer Feldherr. Doch nach vielen Jahren der Schlachten in Germanien ist er kriegsmüde und möchte eigentlich nach Hause zu seiner Familie. Der im Sterben liegende Caesar Marcus Aurelius erteilt ihm aber noch einen letzten Auftrag: Maximus soll sein Nachfolger werden, Ordnung in die korrupten Zustände in Rom bringen und dafür sorgen, dass das Reich wieder eine Republik wird. Während Maximus noch um eine Entscheidung ringt, kommt ihm Commodus zuvor, der Sohn des Caesar: Er tötet seinen Vater, wird selbst Imperator und will Maximus töten lassen. Doch Maximus kann seinem Hinrichtungskommando entkommen. Er flieht, wird versklavt und landet in einer Gladiatorenschule. Dort erkennt er die Chance, Karriere zu machen – und so seinen Durst auf Rache an Commodus zu stillen.

Das sagt shitesite:

Es dürfte wenige Filme geben, die so sehr auf Übertreibung setzen wie Gladiator. Die Handlung bietet, unter anderem, Vatermord, Kreuzigung und Geschwisterliebe – schon eines dieser Themen hätte locker gereicht, um sich daran zu übernehmen. Dazu gibt es fast zweieinhalb Stunden Spielzeit, ein Heer von Statisten und Landschaftsaufnahmen, die vor lauter Opulenz im Kitsch ertrinken. Mit den dabei benutzten Special Effects will Gladiator womöglich die Hybris Roms und den Glauben an Träume und Visionen als Botschaften des Schicksals in der Antike verdeutlichen, aber all das findet niemals einen tragfähigen Rahmen. Weltgeschichte und private Tragödien zu zeigen, historisch möglichst authentisch zu sein und doch modern, Action und Psychogramm zu vereinen, Archetypen zu zeigen, die doch Individuen sind – all das ist viel zu viel. Zumal es Russell Crowe in der Hauptrolle niemals vermag, seiner Figur mehr als reine Physis zu verleihen. Vor allem verblasst er gegen Joaquin Phoenix, der einen diabolischen Commodus zwischen Memme, Psycho und Tyrann gibt. Er ist das einzige, was an Gladiator rundum überzeugt.

Bestes Zitat:

“Er weiß, was Rom ist – Rom ist der Pöbel.”

Der Trailer zum Film:

Draufgeschaut: Aimee & Jaguar

April 27, 2010 · Posted in Bewegtbild, DVD-Regal · Comment 

Felice und Lilly spielen miteinander - und mit ihrem Leben.

Film Aimee & Jaguar
Produktionsland Deutschland
Jahr 1999
Spielzeit 121 Minuten
Regie Max Färberböck
Hauptdarsteller Maria Schrader, Juliane Köhler, Johanna Wokalek, Elisabeth Degen, Heike Makatsch, Detlev Buck
Bewertung ****

Worum geht’s?:

Felice ist die Verkörperung der Lebensfreude: jung, unbekümmert, neugierig – und Jüdin. Doch auch vom Naziregime will sie sich den Spaß am Leben nicht verderben lassen. Bis sie sich gemeinsam mit ihren Freundinnen bei Lilly einquartiert, die sich auch mit SS- und Wehrmachtsleuten herumtreibt, und eine lesbische Affäre beginnt.

Das sagt shitesite:

Der historische Kontext liefert hier den idealen Rahmen, um den Bruch gesellschaftlicher Tabus zu feiern. Gekonnt wird der Kontrast zwischen der Welt draußen und der leidenschaftlichen Beziehung der beiden Frauen gezeigt, und so auch die Frage gestellt, wie weit die Liebe gehen darf – oder muss.

Der Trailer zum Film:

Draufgeschaut: Die Akte

April 26, 2010 · Posted in Bewegtbild, DVD-Regal · Comment 

Darby und Gray sind einem Komplott auf der Spur.

Film Die Akte
Originaltitel The Pelican Brief
Produktionsland USA
Jahr 1993
Spielzeit 135 Minuten
Regie Alan J. Pakula
Hauptdarsteller Julia Roberts, Denzel Washington, Sam Shepard, John Heard
Bewertung ***

Worum geht’s?:

Kurz hintereinander werden zwei Richter des Obersten Gerichtshofs ermordet. Die Jurastudentin Darby Shaw hat eine Theorie, wer dahinter stecken könnte. Sie erstellt eine Akte darüber und gibt sie ihrem Liebhaber. Wenig später ist auch er tot. Darby ahnt: Sie ist auf der richtigen Spur – und das bringt sie in Lebensgefahr. Nur der Journalist Gray Grantham steht ihr zur Seite. Gemeinsam versuchen sie, ein Komplott von Umweltsündern aufzudecken, das bis in höchste Regierungskreise reicht. Und ganz nebenbei müssen sie auch noch überleben.

Das sagt shitesite:

Der durchaus komplexe Plot wird von Pakula solide und präzise, aber nur leidlich spannend inszeniert. Vor allem am Ende hätte man sich etwas mehr Tempo gewünscht. So bleibt “Die Akte” nur ein ordentlicher Thriller.

Der Trailer zum Film:

Dildo-Attacke bei der Lady’s Night

April 25, 2010 · Posted in Bewegtbild, TV · Comment 

Hoffentlich glaubt Ke$ha jetzt nicht, dass deutsches Fernsehen immer so aussieht.Die RTL-Show “Willkommen bei Mario Barth” war einer der wichtigsten Schritte auf dem Weg des Berliners in den deutschen Comedy-Olymp. Nun gibt es die zweite Staffel. Das Konzept bleibt gleich: Barth erzählt von seiner Freundin, hat ein paar Kollegen eingeladen und versucht gegen Ende, die Darbietung des musikalischen Gasts des Abends durch seinen eigenen Beitrag zu bereichern. Nur eines ist neu: Nach dem Mega-Erfolg an allen Fronten hat Mario Barth von RTL offensichtlich komplette Narrenfreiheit bekommen. Er darf richtig Geld raushauen – das hat manchmal komische Sketche zur Folge, aber auch absolute Top-Gäste.

Den kompletten Artikel mit einer Fotostrecke zu Mario Barth gibt es auf news.de.

Draufgeschaut: About A Boy

April 25, 2010 · Posted in Bewegtbild, DVD-Regal · 1 Comment 

"Nimm das weg, bevor ich es kaputtmache": Will (Hugh Grant) will eine Insel sein.

Film About A Boy
Produktionsland Großbritannien
Jahr 2002
Spielzeit 111 Minuten
Regie Chris Weitz, Paul Weitz
Hauptdarsteller Hugh Grant, Nicholas Hoult, Toni Collette, Rachel Weisz, Natalia Tena
Bewertung *****

Worum geht’s?:

Will lebt von den Tantiemen eines Weihnachtsliedes, das sein Vater komponiert hat. Und er ist der oberflächlichste Mensch der Welt. Bis er beim Versuch, alleinerziehende Mütter aufzureißen, den 12-Jährigen Marcus kennen lernt. Die beiden entwickeln eine eigenartige Zweckgemeinschaft. Der eine will nicht mehr uncool sein, der andere nicht mehr einsam.

Das sagt shitesite:

Voller Wärme, Humor und Charme. Eine romantische Komödie der anderen Art und eine kongeniale Umsetzung von Nick Hornbys Erfolgsroman.

Der Trailer zum Film:

Draufgeschaut: Alexander

April 24, 2010 · Posted in Bewegtbild, DVD-Regal · Comment 

Alexander (Colin Farrell) wird im Film zum Amerikaner.

Film Alexander
Produktionsland USA
Jahr 2004
Spielzeit 168 Minuten
Regie Oliver Stone
Hauptdarsteller Colin Farrell, Angelina Jolie, Jared Leto, Val Kilmer, Anthony Hopkins
Bewertung **

Worum geht’s?:

Als sein Vater Philipp umgebracht wird, ist Alexander plötzlich als junger Mann König von Makedonen. Er wird zum erfolgreichen Feldherr und ein so mächtiger Herrscher, dass er als “Alexander der Große” in die Geschichte eingeht.

Das sagt shitesite:

Etwas hölzern wird der historische Kontext eingeführt. Auch die Amerikanisierung von Alexanders Herrschaftsverständnis stört. Trotzdem bietet der Film nicht nur beeindruckende Bilder, sondern auch eine gelungene, wenn auch sehr psychologisierende Studie eines Mannes, der Geschichte gemacht hat.

Der Trailer zum Film:

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