Draufgeschaut: Juan Of The Dead


Film Juan Of The Dead

Szene aus dem Film Juan Of The Dead mit Alexis Díaz de Villegas

Juan (Alexis Díaz de Villegas, vorne) wird zum Zombie-Auftragskiller.

Produktionsland Spanien, Kuba
Jahr 2011
Spielzeit 92 Minuten
Regie Alejandro Brugués
Hauptdarsteller Alexis Díaz de Villegas, Jorge Molina, Andrea Duro, Andros Perugorría
Bewertung

Worum geht’s?

Juan hat nicht viel zu tun. Sein Leben in Havanna bietet kaum Perspektiven, ermöglicht ihm aber ein erträgliches Dasein als Taugenichts. Er angelt mit seinem Kumpel Lázaro, stellt den schönen Nachbarinnen nach und versucht, irgendwie den Draht zu seiner Tochter wieder aufzubauen, die mit seiner Ex-Frau nach Spanien ausgewandert und nun zu Besuch in Kuba ist. Als die Insel von einer geheimnisvollen Seuche befallen wird, die Menschen in Zombies verwandelt und dazu führt, dass sich Nachbarn und Freundeskreise ebenso gegenseitig auffressen wie Ehepaare, hat Juan allerdings eine Geschäftsidee: Er will seine Kampfausbildung aus Zeiten des Militäreinsatzes in Angola nutzen und Zombies töten, natürlich nur gegen ein ordentliches Honorar. Er trommelt ein paar Freunde zusammen und startet eine Hotline. „Wir bringen Ihre Liebsten um – wie können wir Ihnen helfen?“, lautet sein Werbespruch, und bald hat er reichlich Aufträge und alle Hände voll zu tun. Allerdings erweist sich seine Truppe als nicht allzu schlagkräftig – und ist ihrerseits nicht immun gegen Zombie-Attacken.

Das sagt shitesite:

Auf die Idee muss man erst einmal kommen: eine kubanische Variante von Shaun Of The Dead, die durchaus blutige Horror-Elemente mit ein paar Seitenhieben auf die politische Situation in den Post-Fidel-Castro-Jahren verknüpft. Leider ist das Ergebnis nicht halb so reizvoll wie es diese Ausgangssituation vermuten lassen könnte: Juan Of The Dead krankt an einer (selbst für Splatter-Verhältnisse) vollkommen unlogischen Story, schwachen Schauspielern und schlechten Witzen.

Die Straßen von Havanna mit ihrem morbiden Charme sind zwar eine passende Kulisse für eine Zombie-Invasion. Auch die Tricktechnik (samt Anspielungen auf Matrix und Independence Day) ist ordentlich. Doch beim permanenten Wechsel zwischen Gemetzel und Geblödel will keine richtige Atmosphäre entstehen.

Auch der Versuch, so etwas wie kubanische Selbstvergewisserung und einen ironischen Blick auf die Lage des Landes in den Film zu packen, scheitert. Es gibt den obligatorischen Stromausfall in der Mangelwirtschaft, es gibt den allgegenwärtigen Traum von der Flucht nach Florida, und natürlich werden die USA als Bösewicht vom Dienst vom Staatsfernsehen als Verursacher der Zombie-Epidemie genannt. Die Botschaft dabei soll wahrscheinlich lauten: Wir haben so viel durchgemacht, wir wurden so oft verarscht, da können uns Untote und Leichenberge auch nichts mehr anhaben, schließlich sind wir Kubaner, stehen zusammen und bleiben gelassen. Doch diese Botschaft wird durch die Handlung selbst konterkariert – und ist, das ist die entscheidende Erkenntnis von Juan Of The Dead, in einem Horrorfilm einfach falsch aufgehoben.

Bestes Zitat:

„Du bist genau wie dieses Land: Egal was passiert, nichts ändert sich.“

Der Trailer zum Film.

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