Draufgeschaut: Masserberg


Melanie (Anna Fischer) ahnt, dass sie bald blind sein wird.

Film Masserberg
Produktionsland Deutschland
Jahr 2010
Spielzeit 90 Minuten
Regie Martin Enlen
Hauptdarsteller Anna Fischer, Pasquale Aleardi, Maria Simon, Jürgen Heinrich
Bewertung ***1/2

Worum geht’s?

Melanie ist so etwas ähnliches wie Punk – ungewöhnlich genug in der DDR. Und Melanie ist schwer krank – undankbar genug in der DDR. Diese Kombination macht sie zum Paradiesvogel in Masserberg, wo eine Spezialklinik für Augenpatienten steht. Trotz ihrer Lust for Life ahnt sie, dass sie bald blind sein wird. Bis ein neuer Arzt aus Kuba an die Klinik kommt. Melanie schöpft nicht nur Hoffnung, dass sie bald geheilt werden könnte, sondern verliebt sich auch in Doktor Carlos. Sie hofft, dass er ihr zur Flucht in den Westen verhelfen kann. Was sie nicht ahnt: Carlos will selbst ausbrechen – aus den Fängen der Stasi, die sein Leben kontrolliert.

Das sagt shitesite:

Eine zunächst recht gewöhnliche Liebesgeschichte, die ganz offen mit Anleihen an Romeo und Julia spielt, gewinnt durch den ungewöhnlichen Schauplatz. Wie sich im Mikrokosmos der Klinik in Masserberg Eitelkeiten, Trost und Bespitzelung fokussieren, bringt sofort eine sehr eindrucksvolle Atmosphäre in den Film. Über allem thront aber Anna Fischer. Schon in Liebesleben hatte sie das frühreife Früchtchen gespielt, das sich in einen älteren Arzt verliebt. Doch diesmal ist die Figur deutlich vielschichtiger, und sie gibt jeder dieser Schichten das genau richtige Gesicht. Wie sie den Lebenshunger, die Rebellion und die Verzweiflung von Melanie spielt, ist ein Ereignis.

Einen Trailer zum Film gibt es nicht, dafür aber ein Interview mit Else Buschheuer, von der die Romanvorlage für Masserberg stammt:

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