Draufgeschaut: Nachbarinnen


Jola (Grazyna Szapolowska) sucht bei Dora (Dagmar Manzel) Unterschlupf.

Jola (Grazyna Szapolowska) sucht bei Dora (Dagmar Manzel) Unterschlupf.

Film Nachbarinnen
Produktionsland Deutschland
Jahr 2004
Spielzeit 92 Minuten
Regie Franziska Meletzky
Hauptdarsteller Dagmar Manzel, Grazyna Szapolowska, Jörg Schüttauf, Berndt Stübner
Bewertung ***1/2

Worum geht’s?

Seit ihr Ehemann verschwunden ist, lebt Dora alleine in einer Plattenbauwohnung in Leipzig. Sie feiert ein bisschen mit den Leuten aus dem Haus und konzentriert sich ansonsten auf ihren Job als Postbotin und die Pflege ihrer Kakteen. Eines Abends steht plötzlich Jola in ihrer Wohnung, die eine Etage höher wohnt: Die Polin arbeitet als Kellnerin und glaubt, im Streit versehentlich ihren Chef erschossen zu haben. Sie will sich nicht der Polizei stellen, weil ihr dann die Ausweisung droht. Dora, die eigentlich gerade mit ihrer Schwester in den Urlaub aufbrechen wollte, nimmt sie bei sich auf.

Das sagt shitesite:

Dagmar Manzel schafft es als Dora fast ganz alleine, diesen Film zu tragen: Diese wortkarge Amazone, die ihren Liebeskummer am liebsten mit dem Handstaubsauger beseitigen würde, ist vor allem dank ihres Spiels eine beeindruckende Figur. Dora begegnet der sinnlichen Jola zunächst skeptisch, dann wird die Fremde zur Komplizin, zur Freundin und zu noch mehr – und es ist eine Freude, den beiden Hauptdarstellerinnen bei dieser Entwicklung zuzuschauen.

Nachbarinnen, das die Hochschul-Abschlussarbeit von Regisseurin Franziska Meletzky ist, gefällt aber auch als faszinierende Geschichte über einen intakten Kiez, der doch keinen Schutz vor Vereinsamung bieten kann. Und vor allem als sehr gut beobachteter Blick in die weibliche Psyche.

Bestes Zitat:

“Wer liebt, riskiert zu leiden. Wer nicht liebt, leidet schon.”

Der Trailer zum Film:

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