Draufgeschaut: Ted


Film Ted

Szene aus dem Film "Ted" mit Mark Wahlberg

John (Mark Wahlberg) und sein Teddybär sind Freunde fürs Leben.

Produktionsland USA
Jahr 2012
Spielzeit 106 Minuten
Regie Seth MacFarlane
Hauptdarsteller Mark Wahlberg, Mila Kunis, Giovanni Ribisi, Norah Jones
Bewertung

Worum geht’s?

John Bennett wächst in behüteten Verhältnissen auf, aber er ist der einsamste Achtjährige in seiner Straße. Als seine Eltern ihm einen großen Teddybären zu Weihnachten schenken, wünscht er sich, der Bär könne sprechen, sein bester Freund werden und ihn niemals verlassen. Über Nacht geht sein Wunsch in Erfüllung. Ted, wie das plötzlich quietschlebendige Plüschtier nun genannt wird, sorgt im ganzen Land für Furore und wird sogar in Fernsehshows eingeladen. 27 Jahre später ist sein Ruhm längst verblasst, aber Ted und John sind immer noch beste Freunde. Sie teilen sich eine Wohnung, sie teilen ihre Sorgen und gerne auch schon vormittags eine Wasserpfeife. Als Ted allerdings wieder einmal über die Stränge schlägt und Johns Freundin Laurie darauf drängt, dass der Bär auszieht, damit der mittlerweile 35-Jährige John endlich erwachsen werden kann, wird das ein emotionaler Härtetest für alle Beteiligten.

Das sagt shitesite:

Einen so sehr aus dem Hinterhalt kommenden Schockmoment hat man im Kino schon lange nicht mehr erlebt: Ted beginnt wie ein Kinderfilm, mit pittoresken Bildern eines verschneiten New England und einer sanften Märchenonkelstimme aus dem Off (im Original von Patrick Stewart). In klassischer Weihnachtsfilm-Manier säuselt diese Stimme von einem einsamen kleinen Achtjährigen, und dann? Gibt es plötzlich einen Witz auf Kosten des „einzigen jüdischen Jungen in der Straße“. Witze auf Kosten von Minderheiten! Witze mit Gewalt gegen Kinder! Im Amerika des Jahres 2012! Wow.

Es ist dieser faszinierende Mix aus Melodramatischem und Boshaftigkeit, der Ted auch in den folgenden 100 Minuten so einzigartig macht. Der Film nimmt sich – erst recht, wenn man sich immer wieder die aberwitzige Konstellation vor Augen führt, dass hier tatsächlich ein lebendes Kuscheltier die Hauptrolle spielt – dabei erstaunliche Freiheiten: Es wird gekifft, es werden Kinder von Erwachsenen geohrfeigt, und es wird erklärt, wie man beim Sex mit Norah Jones sein Ohr als Penis-Ersatz nutzen kann (wenn man ein Teddy ist). Auch wenn man weiß, dass hinter Ted mit Seth MacFarlane der Mann steckt, der American Dad und Family Guy erfunden hat, hätte man das einer Hollywood-Komödie kaum zugetraut.

Das hat durchaus ein anarchisches Potenzial, denn Ted nimmt sowohl den ordinären Humor von Buddy-Filmen aufs Korn als auch den verlogenen Kitsch von romantischen Komödien, nicht zuletzt die Erzählmuster von Kinderfilmen. Sobald man ein Standbild macht, sieht Ted zum Knuddeln süß aus. Aber wenn man seine reichlich obszönen Sprüche hört oder sieht, wie er sich in eine hochnotpeinliche Katastrophe nach der nächsten begibt, dann erkennt man: Er ist ein Monster.

Zum extremen Spaßfaktor dieses Films tragen auch die großzügig eingesetzten Bezüge zur Popkultur, vor allem der 1980er Jahre, bei. Und die Erkenntnis, dass Seth MacFarlane mit Ted vielleicht wieder eine Figur geschaffen hat wie in seinen Fernsehserien, eine Überzeichnung des typischen Amerikaners: gutgelaunt und umgänglich, aber komplett egoistisch und nicht im Geringsten daran interessiert, was sein Handeln für Folgen haben könnte.

Bestes Zitat:

„Ich bin ein Arschloch, ich weiß. Das hat auf der High School gut funktioniert, und seitdem ist das wie ein Reflex.“

Der Trailer zum Film.

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