Durchgelesen: Hermann Hesse – „Gertrud“


Der Schweizer Hermann Hesse sucht auch in „Gertrud“ seine Leidgenossen.

Autor Hermann Hesse
Titel Gertrud
Verlag Suhrkamp
Erscheinungsjahr 1955
Bewertung ****1/2

Wieder die alten Hesse-Themen: der Kampf mit dem Leben, die unglückliche Liebe, die Suche nach Leidensgenossen, der Trost in der Kunst. Wieder ein gewissermaßen stoischer Erzähler, der sich seine eigene Leidenschaft und Sehnsucht kaum eingestehen möchte, wodurch sie um so intensiver wirken (auf ihn und auf den Leser). Wieder eine lange erzählte Zeit, natürlich wieder ein Selbstmord.

Doch anders diesmal: Dem Komponist Kuhn ist die Welt fremd, doch seine Umwelt sieht ihn nicht als Fremden, sondern als ‚Normalen‘ und Vertrauten. Auch er selbst sieht sich so und findet im letzten Kapitel so unsagbar tröstliche Worte für sein Leben, dass sein Charakter beim besten Willen kein tragischer ist.

Beste Stelle: „Und während es mir innen wohl oder weh erging, stand meine Kraft doch in Ruhe darüber, schaute zu und erkannte das Helle und Dunkle als geschwisterlich zusammengehörend, das Leid und den Frieden als Takte und Kräfte und Teile derselben großen Musik.“

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