Irvine Welsh – „Die Bettgeschichten der Meisterköche“


Autor Irvine Welsh

Das Buch ist zu Beginn typisch Welsh, am Ende furios. Doch dazwischen auch reichlich krude.

Titel Die Bettgeschichten der Meisterköche
Verlag Kiwi
Erscheinungsjahr 2006
Bewertung

Der Anfang ist Irvine Welsh pur: schmutzig, verdorben, Punkrock. Doch schnell bewegt sich „Die Bettgeschichten der Meisterköche“ weg aus dem Milieu, in dem „Porno“ oder „Klebstoff“ angesiedelt sind.

Stattdessen wird hier die Geschichte von zwei Beamten erzählt, die im Hygiene-Amt der Stadt arbeiten.
Danny Skinner ist ein Lebemann mit einem kaum zu leugnenden Alkoholproblem, sarkastischem Witz, einer Tänzerin als Freundin und einer Vorliebe für gelegentliche Schlägereien. Brian Kibby kommt neu ins Amt, er ist schüchtern, wohlerzogen, schwärmt von seiner Modelleisenbahn – und ist Jungfrau. Schnell entwickeln die beiden eine tiefe Abneigung gegeneinander, zumal sie bald um eine Beförderung konkurrieren. Spätestens, als Skinner seinen Widersacher mit einem teuflischen Fluch belegt, wird es ein Kampf auf Leben und Tod.

Irvine Welsh zeigt auch auf diesem ungewohnten Terrain seinen Witz und seine Brillanz als Beobachter. Doch weder die kulinarischen Exkurse noch die beinahe esoterische Wende zur Mitte des Buches, als das Ausmaß des Fluches klar werden, sind plausibel in den Plot integriert. Irvine rettet sich mit einem gekonnten Verweis auf „Dorian Gray“, der hier quasi in die Trinkerwelt von Edinburgh entführt wird, und einem Finale Furioso.

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