Gender Roles – „Prang“


Künstler Kat Frankie

Gender Roles Prang Review Kritik

Kompaktheit ist eine der Stärken des Debüts von Gender Roles.

EP Bodies
Label Grönland
Erscheinungsjahr 2019
Bewertung

In Großbuchstaben ist der Albumtitel auf dem Cover von Prang geschrieben, das Motiv der Plattenhülle ist allerdings in Pastellfarben gehalten und sieht aus wie eine Kinderzeichnung. Das fasst die Ästhetik von Gender Roles sehr gut zusammen: Das Trio aus Brighton kann plakativ sein und niedlich, die klangliche Bandbreite reicht auf ihrem Debüt von Pop bis Hardcore, von Entertainment bis Noise.

„Don’t stand so far away“, heißt die erste Zeile im Opener You Look Like Death. Das darf man durchaus als Einladung von Tom Bennett (Gitarre und Gesang), Jordan Lilford (Schlagzeug) und Jared Tomkins (Bass) verstehen. Sie lassen diesem Imperativ einen Refrain folgen, der seine Kraft auch aus seiner Einfachheit zieht, und legen am Ende des Lieds noch eine Schippe drauf.

Im folgenden Always hat das Schlagzeug mächtig Punch, auch hier gibt es einen klasse Refrain und außerdem ein überraschendes Break. Your War mit seinem prominenten, kraftvollen Bass lässt verstehen, warum Gender Roles schon im Vorprogramm von Hardcore-Innovator Jamie Lenman zu sehen waren, der komplexe, fast sechs Minuten lange Schlusspunkt Bubble würde mit seiner guten Dramaturgie auch zu Cassels passen, mit denen das Trio ebenfalls bereits auf der Bühne stand.

Tip Of My Tongue klingt ungeduldig und treibend, bis der Gesang am Ende in Ekstase verfällt. School’s Out gönnt sich Feinheiten und Zwischentöne, hat am Ende aber ebenfalls große Kraft. If That’s How You Want It To Be zeigt, dass Prang alles zu bieten hat, was bei Gitarrenbands wichtig ist: schrammeln, rocken, träumen und schreien. Hey With Two Whys vereint eine weitere Top-Melodie mit Introspektion, Deep End könnte zwar etwas mehr Finesse gebrauchen, wird aber von seinen unerbittlichen Drums problemlos ins Ziel getragen.

Insgesamt zeigen Gender Roles mit Prang, dass es in der modernen Rockmusik keineswegs ein Nachteil sein muss, wenn Songs kompakt und offensichtlich sind. Wie sagen sie doch selbst in Ickie? „You said it’d be so simple / somehow it is.“

Im Video zu Hey With Two Whys machen Gender Roles München unsicher.

Website von Gender Roles.

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