Night Moves – „Pennied Days“


Künstler Night Moves

Pennied Days Night Moves Albumkritik Rezension

Für „Pennied Days“ sind Night Moves zum Duo geschrumpft.

Album Pennied Days
Label Domino
Erscheinungsjahr 2016
Bewertung

“Drinking, wasting time talking about life, girls, and partying.” So beschreiben die beiden Jungs von Night Moves ihre Hobbies. Entsprechend klingt auf Pennied Days, ihrem zweiten Album nach dem 2013er Debüt Colored Emotions (damals noch als Trio), auch die Musik von John Pelant und Micky Alfano: Ihre Themen sind Flirten, Liebe und Sehnsucht. Die Gitarre wird so gespielt, dass man die Posen dazu zwangsläufig im Kopfkino sieht. Man kann sich sehr gut Bier, Autofahren und Jeansjacken dazu vorstellen.

“Won’t you love me?”, wollen sie in Leave Your Light On wissen, das einen Touch der Travelling Wilburys bekommt. Ganz ähnlich ist die Perspektive in der Single Denise, Don’t Wanna See You Cry. Zu einem mitreißenden Beat, der aber eher versteckt wird als herausgestellt, fragen sie „Oh Denise, will you love me tonight?“ Das Ergebnis klingt nach einem unvergesslichen Freiluft-Erlebnis.

Es gibt viele altertümliche Synthesizer auf Pennied Days, gerne reichlich Hall auf der Kopfstimme von John Pelant und einen bekennend altmodischen Ansatz. Dazu passt, dass Night Moves als Produzenten auf John Agnello (Buffalo Tom, Chavez, Dinosaur Jr) setzen, ihren Bandnamen einem Album von Bob Seger entnommen haben und bereits mit Father John Misty und Django Django auf Tour waren.

Der heiter-fluffige Auftakt Carl Sagan ist sehr typisch für die Platte, und nicht nur in diesem Track schlägt die 2009 gegründete Band aus Minneapolis die Richtung ein, die man gerne MGMT für ihr zweites Album gewiesen hätte. „Future Folk-Rock” nennt die Plattenfirma von Night Moves diesen Sound, und das ist eine sehr einleuchtende Beschreibung. Das epische Hiding In The Melody gelingt wunderbar, auch Alabama zeigt, dass Night Moves mit dem Attribut „klassisch“ wohl keinerlei Problem haben – das hätten Queen auch nicht pompöser besingen können.

Ein wenig übers Ziel hinaus schießen sie allerdings in Kind Luck. Der Song kann nicht ganz verhindern, dass man bei diesem Sound einer zwölfsaitigen Gitarre immer ein bisschen an Smokie denken muss. Und er macht auch ein bisschen den Eindruck, als hätten Night Moves vielleicht kein Problem damit, mal im Vorprogramm von Bryan Adams aufzutreten.

Insgesamt ist das Album aber sehr erfreulich. Nicht zuletzt gibt es, zumindest gelegentlich, auch ein bisschen Tiefgang als Kontrastprogramm zur Thematik von Mädels und Partys. „Die meisten Songs handeln von dem Versuch sich selbst zu finden, davon, wie die Zukunft wohl aussehen könnte und wer man eigentlich so ist  – vom Leben eben”, sagt John Pelant. Für dieses Leben eben ist Pennied Days eindeutig eine Bereicherung, mit wunderbarer Atmosphäre, viel Liebe zum Songwriting und einem erfreulichen Optimismus.

Night Moves spielen Denise, Don’t Wanna See You Cry live im Radiostudio.

Website von Night Moves.

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