Hingehört: Pete Droge – „Find A Door“ 1


Auf „Find A Door“ ist Pete Droge beschwingter, und noch immer gut.

Künstler Pete Droge
Album Find A Door
Label American
Erscheinungsjahr 1996
Bewertung ***1/2

„Some more uptempo shit“, hatte die Plattenfirma von Pete Droge nach dessen guten, aber nur mäßig erfolgreichen Debütalbum Necktie Second verlangt. Beschwingtere Stücke fänden eher den Weg ins Radio, würden in Konzerten für mehr Stimmung sorgen und Pete Droge so vielleicht vom Stigma des „ewigen Insidertipps“ (Musikexpress) befreien, hatte man dabei wohl gehofft. Pete Droge ging der Forderung für Find A Door nach, das Label wenig später trotzdem Pleite.

Schon der Opener Mr. Jade fährt das volle Programm auf: ungeduldiges Schlagzeug, rostige Gitarren, sogar Bläser. Das Ganze klingt wie eine Session von Tom Pettys Heartbreakers – nur ohne deren Swing und Feingefühl. An beides kommt Wolfgang schon eher heran. Das Geheimnis ist (hier wie dort) die höchst elegante Tastenarbeit. Ähnlich unverkrampft kommen auch That Ain’t Right und der Titelsong Find A Door daher.

Leider beraubt sich Pete Droge mit dem neuen Hang zur Geschwindigkeit aber auch einiger seiner großen Stärken. In Dear Diane hätte man sich ein paar weitere Facetten gewünscht statt kraftmeiernder Drums. Brakeman hätte eher etwas Herzblut gebrauchen können als einen Pseudo-Boogie.

Die besten Songs sind deshalb wieder von der langsameren Sorte. You Should Be Running verlässt sich ganz auf die feine Komposition und Pete Droges rührenden Gesang. Die Orgel säuselt, das Klavier trieft – zum Heulen schön. Ähnlich stilsicher ist auch Out With You arrangiert. Ein ganz schlichter Song und eine ganz einfache Frage: „I’d like to go out with you tonight / Would you like to go out with me tonight?“ Bezaubernd.

Am meisten wird auf dieser Platte gewonnen, wo am wenigsten gewollt wird. Auch in It Doesn’t Have To Be That Way lässt die Band reichlich Raum für Pete Droges Stimme, das Stück wird richtig groovy, fast ein Hit. So ähnlich hatten sich das die Vorgesetzten wohl vorgestellt.

Auch hier gibt es leider nur einen Clip von Hobby-Musikern. Dear Diane wirft aber immerhin die Frage auf, wer von den beiden denn nun einen Bären an Diane gefressen hat:

Pete Droge bei MySpace.


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