Hingehört: Wu-Tang Clan – „8 Diagrams“


Das "Wu" steht auch in "8 Diagrams" noch für "Wucht".

Künstler Wu-Tang Clan
Album 8 Diagrams
Label Bodog
Erscheinungsjahr 2007
Bewertung ***

Gut zehn Jahre ist die Blütezeit des Wu-Tang Clans jetzt schon her. Damals war es zwar nicht das stilprägendste, aber sicherlich das spannendste Kollektiv im gesamten HipHop-Geschäft. Doch Eitelkeiten, Drogenprobleme und Gefängnisaufenthalte der Mitglieder sorgten dafür, dass der einst stolze Zusammenschluss zerbröselte.

Dass nun, sechs Jahre nach dem letzten Werk Iron Flag ein neues Wu-Tang-Album vorliegt, ist deshalb überraschend genug. Dass 8 Diagrams (eine Anspielung auf einen alten Martial-Arts-Film) dem Namen des Clans trotz der weiterhin untereinander verkrachten Mitglieder keine Kratzer verpasst und an manchen Stellen sogar richtig gut ist, muss man beinahe eine Sensation nennen.

Natürlich ist das nicht mehr Stand der Dinge, was die Beats angeht. Timbaland kriegt nur im Opener Campfire sein Fett weg, hat hier sonst aber nichts zu suchen. Dafür gibt es Tracks, die so schnörkellos und so sehr auf den Punkt sind, dass sie immer noch beeindruckende Wucht haben (Take It Back, Unpredictable, Starter). Der tiefe Bass als Markenzeichen lässt es im opulenten Rushing Elephants krachen. Und die mittelschwere George-Harrison-Vergewaltigung The Heart Gently Weeps wird zumindest dadurch legitimiert, dass der Sohn des Ex-Beatles mitmacht – und die bezaubernde Erykah Badu.

Mit dem hübschen Life Changes gibt es noch eine Verbeugung vor dem 2004 gestorbenen Ol’ Dirty Bastard. Und auf 16th Chamber (einem von zwei Bonustracks, die es zusätzlich zu einer DVD auch noch mit dem Album gibt) darf das Ex-Mitglied sogar noch einmal in bewährt irrer Manier mitrappen – aus dem Archiv.

Keine Ahnung, was George Harrison zu The Heart Gently Weeps sagen würde. Vielleicht ist es auch besser, wenn man das nicht weiß:

Der Wu-Tang Clan bei MySpace.

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