Interview mit MiA.


MiA. Band Interview

Die Unterschiede untereinander nehmen MiA. heute stärker wahr. Foto: anna.k.o./Radicalis

In Leipzig beginnen MiA. ihre aktuelle Tour und präsentieren erstmals live die Lieder vom siebten Album Limbo. Bis die neue Platte in den Läden steht, dauert es zwar noch eine Weile (Veröffentlichungstermin ist der 28. Februar), aber natürlich haben Mieze Katz, Andy Penn, Gunnar Spies und Robert „Bob“ Schütze schon jetzt Lust, darüber zu reden. Unser Termin vor der Show im Täubchenthal Leipzig fällt zwar kurzfristig aus, dafür beantwortet die Band aber per Mail meine Fragen. Das Interview habe ich als ein Assoziationsspiel aufgezogen. Weil MiA. drei Buchstaben hat, habe ich zehn andere Wörter mit drei Buchstaben herausgesucht, zu denen die Band ihre spontanen Gedanken äußern soll. Dann gibt es jeweils eine Anschlussfrage, um ein bisschen über die gerade begonnene Tour, die neue Platte und das eigene Selbstverständnis des 1997 gegründeten Quartetts aus Berlin zu erfahren.

Fangen wir an mit unserem Assoziationsspiel. Das erste Wort mit drei Buchstaben ist: Wir. Was ist eure erste Assoziation dazu?

MiA.: Ganz allgemein und Band-unspezifisch ist es manchmal gut, dazuzugehören und manchmal gut NICHT dazuzugehören.



Bis auf Robert wart und seid ihr ja alle auch gelegentlich mit eigenen Projekten aktiv. Was macht das „Wir“ in MiA. im Jahr 2019 aus?

MiA.: Die Unterschiede zwischen uns anerkennen, aushalten, ausdrücken.

Mut. Erste Assoziation?

MiA.: 2. Klasse, Sommerferien, Freibad, 3 Meter Turm.

Welche Entscheidung in der Karriere von MiA. hat am meisten Mut erfordert?

MiA.: Das lässt sich überhaupt nicht auf einen Moment verkürzen. Sich aus freien Stücken mit selbstausgedachten Ton- und Wortfolgen das erste Mal auf eine Bühne zu stellen, sich mit 19, 20 für Musik entscheiden – ohne Netz und doppelten Boden, sich nach 20 Jahren Bandleben in die Augen schauen und auf die Frage: „Warum machen wir das?“ nach einer Antwort suchen – all das braucht Überwindung.

Neu. Erste Assoziation?

MiA.: Werbung.



Wenn wir auf das neue Album Limbo schauen: Welche Elemente gibt es darin, die ihr euch selbst zum Start von MiA. niemals in eurem Sound hättet vorstellen können?

MiA.: Wir konnten und wollten uns von Anfang an ziemlich viel vorstellen und möglichst wenig ausschließen. Trotzdem gibt es auf Limbo Neues. Die Erarbeitung der Texte zu diesem Album war ein offener und gemeinschaftlicher Prozess. Diese Entwicklung wirkte direkt ins Songwriting ein. Dadurch war die Entstehung von Limbo organischer, aber gleichzeitig auch komplexer.



Hit. Erste Assoziation?

MiA.: Glück. Insgesamt ist Glück ein ziemlich bedeutendes Kriterium.

Sind Chartplatzierungen für euch heute noch die relevante Kategorie, um euren eigenen Erfolg zu messen?

MiA.: Nein.

Elf. Erste Assoziation?

MiA.: Schnapszahl. Fußball.

Nach dem Auftakt in Leipzig stehen in diesem Jahr noch elf Konzerte an. Was erwartet ihr von der Tour?

MiA.: Dass unser Publikum und wir nach dieser Tour Bock auf die nächste Tour haben.

Lob. Erste Assoziation?

MiA.: Ja, gerne, aber weil wir im Zweifel mit Ehrlichkeit mehr anfangen können, als mit Zustimmung, loben wir uns untereinander vermutlich zu selten.

Was war das schönste Lob, das ihr bisher von einem Kritiker oder Fan erhalten habt?

MiA.: Wegen eurer Songs hab ich aufgehört, mich zu verstecken, hab mich getraut, so zu sein, wie ich bin, und hab dadurch meine besten Freunde kennengelernt.

Alt. Erste Assoziation?

MiA.: Alt werden ist was Neues für uns.

Nach mehr als 20 Jahren in der Band: In welchen Situationen merkt ihr, dass euer Gesamtalter mittlerweile jenseits der 150 liegt?

MiA.: In der Meinungsverschiedenheit.

Wut. Erste Assoziation?

MiA.: Atmen.

Welche Musik hört ihr, wenn ihr wütend seid? Und welche Musiker machen euch wütend?

MiA.: Eine typische MiA.-Wut-Playlist lässt sich nicht kompilieren. Und ansonsten gibt es in diesem Land und auf dieser Welt leider genügend Menschen, deren Geisteshaltung und Vorstellung vom Zusammenleben uns auch ohne Musik ausreichend wütend macht.

Rat. Erste Assoziation?

MiA.: Grundsätzlich gerne, aber immer eine Frage der Dosis.

Was ist der beste Rat, den ihr in eurer Karriere bekommen habt? Und von wem?

MiA.: Wenn es irgendwie geht, versucht unbedingt, eine halbwegs brauchbare Liveband zu werden.

Sex. Erste Assoziation?

MiA.: Ja.

Gefällt euch der Gedanke, dass zur Musik von Mia sicher schon Kinder gemacht wurden? Und in welchen Momenten fühlt ihr euch besonders sexy/unsexy?

MiA.: Teil 1: Ja. Teil 2: ja gut, ähm…

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