Sprechstunde mit Gregor McEwan


Gregor McEwan Leipzig Interview

Gregor McEwan ist auf Tour mit seinem dritten Album. Foto: Amadis/Timothy O. Sweebe

Mit dem gestrigen Konzert in Darmstadt hat Gregor McEwan den ersten Abschnitt seiner Tour zum aktuellen Album From A To Beginning hinter sich gebracht. Am 7. Februar geht es mit einer Show in Kassel weiter, insgesamt ist der 35-Jährige dann bis Ende März unterwegs. Ich habe mich gefragt: Wie wirkt sich so ein Lifestyle eigentlich auf die Gesundheit aus? Gregor McEwan (bürgerlich: Hagen Siems) gibt Auskunft und plaudert im Interview außerdem über die Freuden des Zähneputzens, Workout mit Sackkarre und den singenden Matthias Schweighöfer.

Bist du am Ende einer Tour gesünder oder weniger gesund als zu Beginn?

Gregor McEwan: Gesünder bin ich wahrscheinlich nicht, aber schlanker. Ich nehme immer 3-4 Kilo ab, wenn ich auf Tour bin. Meistens frühstücke ich ausgiebig und esse dann bis zum Konzert lieber nichts mehr, damit ich mich auf der Bühne nicht so voll fühle. Erst nach dem Konzert gibt es dann meistens noch etwas.

Wärst du insgesamt gesünder, wenn du kein Musiker geworden wärst?

Nein, das glaube ich nicht. Weil ich eigentlich ziemlich faul bin. Als Musiker bin ich immerhin gezwungen, ab und zu mal die Sackkarre mit meinem Equipment zu schleppen. Das ist quasi mein Workout. Natürlich gibt es auch Faktoren am Musikerleben, die absolut ungesund sind, etwa feuchte und unbeheizte Proberäume. Für mich ist auch das Wechseln von Gitarrensaiten besonders gefährlich: Wenn ich die h-Seite wechseln muss, haue ich sie mir immer in die Fingerkuppe. Das ist nicht besonders praktisch, wenn man dann noch Gitarre spielen will.

Hast du auf Tour bestimmte Rituale, vielleicht auch, um fit zu bleiben?

Ein Ritual habe ich, auf das mich meine Freundin gebracht hat: Ich putze mir vor dem Auftritt jetzt immer die Zähne. Man fühlt sich dann automatisch frischer. Ich mag dieses Gefühl. Außerdem habe ich gemerkt: Ich sollte nicht komplett nüchtern auf die Bühne gehen. Ein Schnaps oder ein Glas Rotwein – das hilft, um ein bisschen lockerer zu werden.

Falls die Prophylaxe mal nicht funktioniert hat: Welche Musik hörst du gerne, wenn du krank bist?

Dann höre ich gar keine Musik. Wenn ich gesund werden will, suche ich mir lieber Berieselung, die beim Einschlafen hilft. Polit-Talkshows im Fernsehen funktionieren da super, oder Formel-1-Rennen. Musik hat für mich immer eher etwas Aufbauendes, selbst traurige Musik.

Gibt es ein Lied in deinem eigenen Repertoire, das heilende Kräfte hat?

Das geht sicher zu weit, aber ein sehr direktes Feedback im Sinne von „Das hat mir geholfen“ habe ich oft zu Oh Daddy bekommen. Etliche Leute haben mir erzählt, dass ihnen der Song sehr viel bedeutet, wegen der schwierigen Beziehung, die sie zu ihrem eigenen Vater hatten. Manchmal sind da auch Leute beim Konzert unter Tränen rausgegangen.

Welche Musik macht dich krank – also in dem Sinne, dass du wirklich eine körperliche Aversion spürst?

Da gibt es unfassbar viel! Techno, Dicke-Eier-großer-Penis-HipHop, Schlager. So etwas brauche ich echt nicht – wenn ich schon einen Tinnitus bekomme, dann lieber von meiner eigenen Musik! (lacht) Manchmal ist es auch gar nicht die Musik selbst, sondern das Gefühl, dass etwas fake ist, was mir so ein Unwohlsein verschafft. Wenn Matthias Schweighöfer seinen Song singt, da kriege ich echt Probleme, weil ich ihm das einfach nicht abnehme.

Was war deine bisher schwerste Krankheit?

Ein Schlüsselbeinbruch. Das ist beim Fußball passiert, ich habe das auch in meinem Lied Rhododendron verarbeitet. Ich war damals 19 oder 20 und habe im Training einen Fallrückzieher gemacht, aber leider am Ball vorbei getreten. Dann bin ich voll auf den Rücken gefallen und konnte nicht mehr aufstehen. Mein Trainer wollte die Schulter wieder einrenken, aber das hat es nicht gerade besser gemacht. Und ein paar Wochen später hat mir noch ein Security-Mensch bei einem Konzert von Ash, den Stereophonics und Wheatus in Düsseldorf die Arme hinter den Rücken gedreht, weil wir Bier mit reingeschmuggelt hatten. Das war auch nicht hilfreich für die Genesung. Zum Glück war ich da schon betrunken genug, um den Schmerz nicht mehr so sehr zu spüren. Aber jetzt ist wieder alles gut.

Na dann wünsche ich für die weiteren Konzerte: Hals- und Beinbruch. Danke für das Interview!

Die nächsten Tourtermine von Gregor McEwan.

07.02. Kassel – Kulturhaus Dock 4
08.02. Celle – MS Loretta
09.02. Kiel – Prinz Willy
10.02. Norderstedt – Music Star
11.02. Hannover – Kulturzentrum Faust
14.02. Suhl – Kulturbaustelle
16.02. Frankfurt – Lotte Lindenberg
17.02. Moers – Bollwerk 107
28.02. München – Volkstheater

Website von Gregor McEwan.

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