Steve Mason – „About The Light“


Künstler Steve Mason

About The Light Steve Mason Review Kritik

Mit Produzent Stephen Street hat Steve Mason an „About The Light“ gearbeitet.

Album About The Light
Label Domino
Erscheinungsjahr 2019
Bewertung

Wer etwas wirklich Großes erschaffen will, muss sich immer ein Stückchen außerhalb seiner Komfortzone bewegen, hat David Bowie einmal gesagt. Steve Mason hat sich dieses Zitat für das heute erscheinende About The Light zu Herzen genommen. „Zum wahrscheinlich ersten Mal überhaupt habe ich mich dorthin gewagt. Denn wer würde nicht wahre Größe erreichen wollen?“, sagt er.

Der Mann, der Gründungsmitglied der Beta Band war, danach Platten als/mit King Biscuit Time und Black Affair veröffentlichte und dann viel Lob für die Soloalben Boys Outside (2010), Monkey Minds In The Devil’s Time (2013) und Meet The Humans (2016) erhalten hat, ist zwar für die Aufnahmen in Brighton und London geblieben, also auf gewohntem Terrain. Aber er hat seine Arbeitsweise recht radikal verändert. „In der letzten Phase der Beta Band habe ich die Songs komplett alleine geschrieben. Von der ersten Idee über das Demo bis zur Arbeit im Studio waren da meistens nur ich und ein Produzent. Dieser sehr puristische Ansatz hat mir lange Zeit gut gefallen, aber heute entspricht er mir nicht mehr und gibt mir auch keinen großen Kick mehr“, erzählt er. „Deshalb wollte ich diesmal meine Liveband einbeziehen, schon in den frühen Entstehungsphasen der Songs. So wollte ich die Routine durchbrechen und auch die Energie einfangen, die wir auf der Bühne erzeugen können.“

Wie gut das geklappt hat, macht schon der erste Song klar: Die Musik in America Is Your Boyfriend ist kraftvoll und beinahe orchestral (sie könnte zumindest von einer Marching Band stammen), das bildet einen herrlichen Kontrast zu dieser Stimme, die immer nur halb präsent zu sein scheint, während die andere Hälfte in einem Land bleibt, zu dem den meisten von uns der Zutritt verwehrt bleibt. Zu einem sehr forschen Sound singt Steve Mason später in No Clue die entwaffnenden Zeilen „When it comes to love, baby / I have no clue“, Stars Around My Heart zeigt ebenfalls mehr als ein bisschen Aggressivität, der Rhythmus von Walking Away From Love könnte gar an Glam-Rock geschult sein, dazu erklingt der eindeutig größte Refrain des Albums.

Einen großen Anteil an dieser sehr neuen, sehr stimmigen Ästhetik hat Produzent Stephen Street. „Ich bewundere ihn schon lange, vor allem seine Arbeit für The Smiths und die Soloplatten von Morrissey. Stephen hat beim Ausarbeiten des Sounds einen herausragenden Job gemacht. Er war alles, was ich mir hätte erhoffen können“, schwärmt Steve Mason. Der Produzent teilt diese Begeisterung: „Ich habe Steve schon eine Weile auf dem Radar, vor allem sein erstes ‚richtiges‘ Soloalbum Boys Outside hat mich damals beeindruckt. Ich mag es auch schon immer, wenn sein Gesang im Radio erklingt. Als er letzten Sommer auf mich zukam und nach einer Zusammenarbeit fragte, habe ich deshalb sofort zugestimmt“, sagt Stephen Street.

Die wichtigste Klangzutat – neben der prominenteren Rolle für die Band – sind dabei Blechbläser und (meist weibliche) Backgroundchöre. Spanish Brigade illustriert das gut: Der Groove ist ansteckend, in den Bläsern steckt viel Feuer, sogar der Gesang wird gegen Ende etwas rotzig. Das ebenso geheimnisvolle wie warme Rocket paart diese Soul-Bläser mit einer Gitarre, wie es sie früher gerne bei Coldplay gab. Das energische The End, das About The Light abschließt, gönnt sich eine coole Beatles-Gitarre, Fox On The Rooftop ist rund um ein interessantes Gitarrenpicking aufgebaut, das hörbar der Ausgangspunkt für die Komposition war.

„Wenn ich mir die Platte jetzt anhöre, dann fühlt sie sich an wie das erste ‚richtige‘ Album, das ich jemals gemacht habe. Ich kann das schwer erklären, aber es klingt eben wie ein ‚echtes‘ Album. Wahrscheinlich liegt es zum Teil an der Produktion und zum Teil am Zusammenspiel und der Zusammenarbeit mit der Band über all diese Monate in unserem Proberaum an der Südküste“, sagt Steve Mason, und diese Zufriedenheit hört man Songs an wie About The Light, das auf unnachahmliche Weise in sich selbst ruht, oder dem unerhört zärtlichen Don’t Know Where. Dem eigenen Urteil von Steve Mason über About The Light ist nichts hinzuzufügen: „Es ist ein schöne, selbstbewusste, positive, wütende, liebende und sanfte Platte, die mich wieder einen Schritt nach vorne bringt.“

Retrofuturistisch sieht das Video zu Stars Around My Heart aus.

Website von Steve Mason.

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