Draufgeschaut: Natural Born Killers

Mallory (Juliette Lewis) und Mickey (Woody Harrelson) verstehen sich als moderne Ausgabe von Bonnie & Clyde.
| Film | Natural Born Killers |
| Produktionsland | USA |
| Jahr | 1994 |
| Spielzeit | 114 Minuten |
| Regie | Oliver Stone |
| Hauptdarsteller | Woody Harrelson, Juliette Lewis, Tommy Lee Jones, Robert Downey Jr. |
| Bewertung | ***** |
Worum geht’s?
Mallory und Mickey versetzen die USA in Angst und Schrecken: Das Pärchen ist in einem Cabrio unterwegs durchs Land – und Leichen pflastern ihren Weg. Das Serienkiller-Duo wird von der Polizei gejagt, von der Jugend geliebt und von den Medien seziert. Selbst als Mallory und Mickey der Polizei ins Netz gehen, geben sie sich noch längst nicht geschlagen.
Das sagt shitesite:
Wenn jemals ein Film die Bezeichnung “Tour de Force” verdiente, dann wohl Natural Born Killers. Schonungslos, schockierend, cool und höchst innovativ werden hier Perversionen und Psychosen, Ideologie und Ikonographie der Postmoderne durchleuchtet. Extrem, wütend, gut.
Der Trailer zum Film:
Draufgeschaut: Kalifornia
| Film | Kalifornia |
| Produktionsland | USA |
| Jahr | 1993 |
| Spielzeit | 114 Minuten |
| Regie | Dominic Sena |
| Hauptdarsteller | Brad Pitt, Juliette Lewis, David Duchovny, Michelle Forbes |
| Bewertung | **** |
Worum geht’s?
Brian schreibt ein Buch über Serienmörder. Gemeinsam mit seiner Freundin Carrie will er die Schauplätze der berühmtesten Morde in den USA aufsuchen. Um Spritgeld zu sparen, nehmen sie ein anderes Pärchen mit: Adele und Early. Brian ahnt nicht, dass er dem Ziel seiner Recherche damit näher kommt, als ihm lieb ist.
Das sagt shitesite:
Kalifornia ist ein gelungener Thriller, der sich vor allem mit der Frage von Schuld und Verdrängung befasst. Auch wenn die Story kaum Pointen hat, überzeugen die gut gezeichneten Charaktere von Kalifornia ebenso wie Brad Pitt und Juliette Lewis als durchgeknalltes Proll-Pärchen.
Der Trailer zum Film:
Draufgeschaut: Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa

Gilbert Grape (Johnny Depp, rechts) kümmert sich um seinen behinderten Bruder Arnie (Leonardo Di Caprio).
| Film | Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa |
| Originaltitel | What’s eating Gilbert Grape |
| Produktionsland | USA |
| Jahr | 1993 |
| Spielzeit | 118 Minuten |
| Regie | Lasse Hallström |
| Hauptdarsteller | Johnny Depp, Leonardo Di Caprio, Juliette Lewis |
| Bewertung | ***** |
Worum geht’s?
Gilbert Grape lebt in der Kleinstadt Endora. Es gibt dort nicht viel zu erleben. Er hat einen Job im Lebensmittelladen, eine Affäre mit einer verheirateten Frau und einen geistig behinderten Bruder, um den er sich kümmert. Erst als er die rebellische Becky kennen lernt, stellt er sich die Frage, ob er sich nicht doch etwas mehr vom Leben erwartet. Und das bringt schnell alles durcheinander.
Das sagt shitesite:
Gilbert Grape ist toll gespielt und poetisch inszeniert. Mit viel Geduld, Authentizität und Einfühlungsvermögen geht Gilbert Grape der Frage nach, was Glück ist. Und findet eine rührende, am Ende sogar fast spektakuläre Antwort.
Der Trailer zum Film:
Draufgeschaut: Romeo Is Bleeding
| Film | Romeo Is Bleeding |
| Produktionsland | USA/Großbritannien |
| Jahr | 1993 |
| Spielzeit | 108 Minuten |
| Regie | Peter Medak |
| Hauptdarsteller | Gary Oldman, Lena Olin, Annabella Sciorra, Juliette Lewis |
| Bewertung | **** |
Worum geht’s?
“Jack war ein Romantiker. Er hatte große Träume. Das Problem war nur, dass immer ein Licht der Realität zwischen seinen Träumen und seiner Brieftasche auftaucht”, wird die Hauptfigur vorgestellt. Doch eines Tages findet der Polizist einen Weg, um ans große Geld zu kommen: Er verrät Kronzeugen an die Mafia und kassiert dafür ab. Doch als er die gefürchtete Killerin Mona Demarkov ans Messer liefern soll, geht alles schief. Jack muss plötzlich nicht nur um sein Schmiergeld fürchten, sondern um sein Leben.
Das sagt shitesite:
Getragen von zwei faszinierenden, virtuos gespielten Hauptfiguren wird aus Romeo Is Bleeding ein spannender, außergewöhnlich kluger Thriller und eine Betrachtung der menschlichen (oder bloß männlichen) Schwäche. “Sie wissen, was richtig und falsch ist, und es ist ihnen egal. Das ist doch die natürlichste Sache der Welt”, erklärt ein Mafiaboss hier an einer Stelle ganz treffend die Philosophie, der Jack letztlich zum Opfer fällt.
Er ist ein Mann, der sich immer wieder verführen lässt: von Sex, von Geld, vor allem aber von seinen eigenen Träumen. Gary Oldham verleiht dieser Gier ein Gesicht und zeigt zudem ganz vortrefflich die Entwicklung eines Verräters, der zunächst noch alles unter Kontrolle wähnt und dann schnurstracks in den totalen Zusammenbruch getrieben wird. Auch Lena Odin als Mona ist ein Ereignis: Sie macht die brutale, diabolische Killerin zu einer ganz und gar außergewöhnlichen Figur, die dem blutigen, unerbittlichen Finale eine tiefere Dimension verleiht.
Dazu spielt Romeo Is Bleeding sehr gekonnt mit der Erzählerperspektive: es wird zurückgeblendet und vorgegriffen, es gibt Déjà Vus, eine an Western erinnernde Rahmenhandlung und ein allmähliches Verschmelzen von Erzähler und Protagonist, das Paul Austers Stadt aus Glas entsprungen sein könnte. So entsteht ein schillernder Gangsterfilm rund um die Frage, wie oft man eigentlich die Seiten wechseln kann – und um die Erkenntnis, dass in der Welt des Verbrechens diejenigen am erfolgreichsten sind, die nicht einmal mehr den letzten Rest Moral kennen.
Bestes Zitat:
“Die Pazifisten glauben, sie hätten das Recht, nicht zu töten. Aber immer sterben andere bei der Verteidigung dieses Rechts.”
Der Trailer zum Film:
Draufgeschaut: From Dusk Till Dawn
| Film | From Dusk Till Dawn |
| Produktionsland | USA |
| Jahr | 1996 |
| Spielzeit | 104 Minuten |
| Regie | Robert Rodriguez |
| Hauptdarsteller | George Clooney, Quentin Tarantino, Harvey Keitel, Juliette Lewis, Salma Hayek |
| Bewertung | ***** |
Worum geht’s?:
Die Gebrüder Gecko haben eine Bank ausgeraubt und dabei mehrere Polizisten getötet. Nun versuchen sie, sich nach Mexiko durchzuschlagen, wo sie vor der Polizei sicher sind und sich mit ihrem Auftraggeber treffen wollen. Um über die Grenze zu kommen, verstecken sie sich im Wohnmobil des Pfarrers Jacob und nehmen ihn und seine beiden Kinder als Geisel. Der Coup gelingt – doch hinter der Grenze wartet eine mörderische Überraschung.
Das sagt shitesite:
Noch nie war Trash so stilsicher und unterhaltsam. From Dusk Till Dawn ist die perfekte Popcorn-Umsetzung der Tarantino-Ästhetik: spannend, humorvoll, voller Erotik, cooler Sprüche und irren Effekten. Mehr kann man von einem Film nicht verlangen.
Der Trailer zum Film:
Hingehört: The Prodigy – “Always Outnumbered, Never Outgunned”
| Künstler | The Prodigy |
| Album | Always Outnumbered, Never Outgunned |
| Label | XL Recordings |
| Erscheinungsjahr | 2004 |
| Bewertung | ** |
Sieben Jahre. Nur, um das mal zu verdeutlichen: Vor sieben Jahren war Helmut Kohl noch Bundeskanzler. Bei Bayern München spielte Ruggiero Rizzitelli, Jürgen Klinsmann war gerade zu Sampdoria Genua gewechselt. Robbie Williams war ein belächelter Boygroup-Veteran und Chumbawamba eine ganz große Nummer. So lange ist das schon her.
Vor sieben Jahren haben Prodigy ihr letztes Album veröffentlicht. The Fat Of The Land räumte damals groß ab, war Album des Jahres 1997 im Musikexpress und Chart-Spitzenreiter in 27 Ländern. Was war das für eine Monstermusik: Kracher wie Firestarter oder Breathe trieben Raver wie Punks auf die Tanzfläche, Smack My Bitch Up fand gar bei Hipstern, das etwas ältere Out Of Space auch bei Hippies Gefallen.
Doch wie lange sieben Jahre sind, mussten die einstigen Bosse des Big Beat schon im vorletzten Sommer erfahren, als ihre Single Baby’s Got A Temper zum Mega-Flop wurde. Glaubt man Prodigy-Chef Liam Howlett, hat das Fiasko seine Kampfeslust geweckt, Goldadern der Kreativität erschlossen und ihn wieder auf den Pfad der Tugend gebracht. Für das neue Album Always Outnumbered, Never Outgunned verspricht er, dass The Prodigy wieder zu sich selbst und zu Hochform zurückfinden. Von Inspiration war die Rede, von Innovation gar.
Nun liegt die Platte vor, und das Warten (wenn denn noch jemand gewartet hat) hat sich nur bedingt gelohnt. Bösartig könnte man sagen: Das einzig neue an Prodigy ist, dass sie plötzlich langweilig sind. Es ist eben nichts so alt wie die Tanzmusik von gestern. Insbesondere wenn sie bloß so aufgeblähten und überholten Electrosound liefert wie Memphis Belles, hohle Kraftmeierei wie Get Up Get Off oder Ethno-Quatsch wie Medusa’s Path.
Das Album hat aber auch seine Momente. Im Opener Spitfire sind die Beats mächtig wie nie, der Bass enorm garstig, der Gesang megafies. Zum Hotride laden der Gesang von Juliette Lewis und ein packender Rhythmus ein. Höhepunkt ist der Rausschmeißer Shoot Down mit reichlich Gitarren-Attacken und Liam Gallaghers famosestem Keifen.
Das energiestrotzende Action Radar tobt sich ganz putzig aus, The Way It Is ist zwar recht müde, hat aber immerhin noch die Chuzpe, Michael Jacksons Thriller zu sampeln.
Fazit? Prodigy tummeln sich noch immer schön im roten Bereich, nicht mal schlechter als früher. Nach sieben Jahren ist Always Outnumbered, Never Outgunned bloß ein bisschen outdated.
Fies wie nie: Der Clip zur Single Spitfire:




