Phillip Boa And The Voodooclub – „Bleach House“
Auch jenseits der 50 ist Phillip Boa noch immer relevant und gut – und neuerdings sogar ein Top10-Künstler. Wie macht er das nur? Sein neues Album „Bleach House“ liefert ein paar Indizien.
Manche nennen es Popkultur: Musik, Film, Bücher, Leipzig
Kritiken, Besprechungen und Rezensionen von aktuellen Alben, EPs und Singles. Mit Bewertung und Anspieltipps.
Auch jenseits der 50 ist Phillip Boa noch immer relevant und gut – und neuerdings sogar ein Top10-Künstler. Wie macht er das nur? Sein neues Album „Bleach House“ liefert ein paar Indizien.
Die Kooks hatten nie enttäuscht, besonders groß war die Vorfreude auf ihr viertes Album dennoch nicht. „Listen“ entpuppt sich aber als große Überraschung, mit der die Band tatsächlich wieder spannend wird. Das Geheimnis: The Kooks haben neuerdings Sex.
In Malmö haben As Animals ihr Debütalbum aufgenommen. Die Platte des Duos aus Paris zeigt aber leider, dass die schwedischen Pop-Zauberkräfte nicht alles in Gold verwandeln können – erst recht nicht verkopfte Musik ohne Stil und mit schlechten Texten.
Kaum einer trägt lange weiße Haare so stilsicher wie J Mascis. Kaum einer kann so mächtige Gitarrenwände hochziehen wie er. Auch auf seinem Soloalbum „Tied To A Star“ zeigt sich der Ex-Dinosaur-Jr-Mann als Virtuose – allerdings weitgehend akustisch.
So lange klassischer Rock’N’Roll mit so viel Leidenschaft und Können gemacht wird wie von J. Roddy Walston & The Business, wird diese Musik wohl nicht totzukriegen sein. „Essential Tremors“ zeigt die Südstaatler in Hochform.
Wie lustig: „Volume X“ haben Trans Am ihr zehntes Album genannt. Wieder fließen harter Rock und schräge Elektronik mühelos ineinander. Doch leider hat das Trio diesmal nicht mal den Ansatz eines roten Fadens zu bieten.
Was passiert, wenn man sich einen Monat lang in einer Hütte in Finnland einschließt, ohne Strom und Heizung? Im Falle von Mirel Wagner schreibt man lauter düstere Songs mit einer erstaunlichen Autorität und Würde.
Von Moiré weiß man bisher so gut wie nichts, außer dass er aus London kommt. Sein Debütalbum „Shelter“ passt dazu – es ist elektronische Musik aus einer Zwischenwelt.
Mann oder Frau? Punk oder Gefrickel? Und in welcher Sprache? All diese Fragen lassen Bo Ningen gerne offen. Ihr drittes Album ist reichlich schräg, vor allem aber: laut.
Sunrise Avenue haben ja schon genug Mist verzapft. Jetzt ist ihr Sänger auch noch Musikmanager. Seine erste Entdeckung heißt My First Band und ist der ekelhafteste Finnland-Export mindestens seit The Rasmus.
Eigentlich wollten Angus & Julia Stone sich als Solokünstler etablieren. Jetzt sind die Geschwister aus Australien wieder vereint und haben ein drittes gemeinsames Album gemacht. Der Grund ist in jeder Hinsicht respekteinflößend: Er heißt Rick Rubin.
Noch ein „Best Of“ von Blondie: Zum 40. Jubiläum hat die Band um Debbie Harry einige ihrer größten Hits neu aufgenommen. Dazu gibt es mit „Ghosts Of Download“ auch ein komplett neues Album – das leider zeigt, wie schwer die Messlatte von einst zu erreichen ist.
Den Höhepunkt ihrer Karriere feiern Bosse mit „Kraniche – live in Hamburg“, dem Mitschnitt vom Abschlusskonzert ihrer jüngsten Tournee. Der Sound ist zwar mies, aber dafür hat die Live-DVD drei andere Dinge im Übermaß zu bieten: Schweiß, Gefühl und Miteinander.
Hope Sandoval und David Roback legen nach 17 Jahren endlich wieder eine Platte als Mazzy Star vor. An „Seasons Of Your Day“ haben sie so gelange gebastelt, das nun sogar zwei Tote darauf zu hören sind.