Pelzig – „Medium Cool World“
Auf ihrem ersten Album seit elf Jahren klingen Pelzig manchmal wie Indierock-Altmeister – und manchmal wie Liquido.
Manche nennen es Popkultur: Musik, Film, Bücher, Leipzig
Kritiken, Besprechungen und Rezensionen von aktuellen Alben, EPs und Singles. Mit Bewertung und Anspieltipps.
Auf ihrem ersten Album seit elf Jahren klingen Pelzig manchmal wie Indierock-Altmeister – und manchmal wie Liquido.
Go March sind ein Trio aus Antwerpen, das gerne Musik im Geiste von David Lynch machen möchte. Ihr Debütalbum kommt diesem Ziel schon recht nahe – ganz ohne Gesang.
Vince Staples macht Rap, trotzdem dürfen Frauen dabei auf Augenhöhe mitwirken. Auch in vielerlei anderen Punkten ist „Summertime ’06“ ein willkommenes Debüt.
„I’m confident that ‚Contradictions‘ is an alternative pop record that fulfils my own criteria”, sagt Maximo-Park-Frontmann Paul Smith über seine zweite Soloplatte. Diesem Anspruch wird er gerecht – mehr jedoch nicht.
Nur zwei Monate nach dem letzten Album legen Beach House schon wieder eine neue Platte vor. „Thank Your Lucky Stars“ zeigt ebenfalls, wie meisterhaft sie die Sache mit dem Dream Pop mittlerweile beherrschen.
Auf seinem fünften Album setzt Newton Faulkner stärker auf Rhythmus und bietet sogar Weltmusik-Einflüsse. Trotzdem bleiben seine Songs meist verkitschter Hippie-Quatsch.
Geprägt von Kate Nash, entdeckt von Liam Fray, auf Tour mit Jake Bugg: Zwischen diesen Koordinaten legt Findlay eine ebenso freche wie gute Debüt-EP vor.
Die Lieder von Adele sind auch auf ihrem dritten Album gut. Aber „25“ ist nicht so phänomenal gut, dass es den Mega-Erfolg rechtfertigen würde – jedenfalls nicht, wenn man nur auf die Songs blickt.
Mit dem sagenhaft langweiligen „Stadtrandlichter Live“ zeigt Clueso: Er hat offensichtlich ein falsches Verständnis davon, was seine Stärken sind.
„Cold Moon“ ist das Ergebnis einer Zufallsbekanntschaft: Alela Diane und Ryan Francesconi trafen sich in Portland und halfen sich gegenseitig aus dem kreativen Tief. Das Resultat ist eine feine Winter-Folk-Platte.
Die Unplugged-Idee geht bei Placebo in die Hose: In reduzierten Versionen zeigen die Lieder, wie pubertär sie sind – und wie sehr die Stimme von Brian Molko nerven kann.
„Wild Winter“, schon letztes Jahr digital veröffentlicht, gibt es nun auch als reguläres Album. Die Smoke Fairies zeigen darauf, wie ein Weihnachtsalbum (fast) ohne Besinnlichkeit funktioniert.
Das dritte Album von Ellie Goulding bietet mitunter perfekte Popsongs. Nur mit dem Versuch, die Zukunft einzuläuten, scheitert „Delirium“.
Lily Allen kann ihr drittes Album „Sheezus“ mittlerweile selbst nicht mehr leiden. Vielleicht, weil die Platte zu sehr wie sie selbst ist: launisch und auf der Suche nach Orientierung.
Indierock mit schlauen Texten und noch schlaueren Verweisen: Library Voices haben mit „Lovish“ ein wunderbares drittes Album gemacht – trotz widriger Umstände.