Ilgen-Nur – „Power Nap“
Man kann zugleich lakonisch und verzweifelt sein, zeigt das Debütalbum von Ilgen-Nur. Auf ihre beiden frühen Hits kann sie dabei getrost verzichten.
Manche nennen es Popkultur: Musik, Film, Bücher, Leipzig
Plattenkritiken, Rezensionen von Alben, EPs und Singles, Konzertberichte, Listicles, Interviews mit Musikern und Musiktipps.
Man kann zugleich lakonisch und verzweifelt sein, zeigt das Debütalbum von Ilgen-Nur. Auf ihre beiden frühen Hits kann sie dabei getrost verzichten.
Synthiepop mit bitterbösen Texten kombiniert Mia Morgan auf ihrer ersten EP. Kein Wunder, dass „Gruftpop“ auch Kraftklub und Casper gefällt.
Ausschließlich deutschsprachige Musiktipps gibt es diesmal im „Futter für die Ohren“. In Chemnitz sucht man krampfhaft Entspannung, in Leipzig liebt man Klavier und Köln hat einen „Bad Hair Day“.
Vier Lieder, die nicht aufs letzte Album passten, veröffentlichen Villagers jetzt als „The Sunday Walker EP“. Das ist sehr hübsche Resteverwertung.
Mit „Love In The Face Of Fear“ schließt Jim Kroft seine „Journey“-Reihe ab, und zwar mit einem Appell zu Einigkeit. Das ist solide, aber ohne Magie.
Den ewigen Herbst besingt Oliver Spalding auf seinem Debütalbum „Novemberism“. Der Mann aus Brighton streut aber auch genug Lichtblicke ein.
Acht Coverversionen nutzen Toy auf „Songs Of Consumption“, um den Kern ihrer eigenen Ästhetik zu erkunden – und dann weiterzuentwickeln.
Bonnie „Prince“ Billy dachte, dass es in der aktuellen Musikwelt für ihn keinen Platz mehr gibt. Mit „I Have Made A Place“ zeigt er jedoch, wie meisterhaft und weise er nach wie vor klingen kann.
Ein „multidisciplinary electronic trip-hop project“ versprechen Mokroïé aus Italien. Auf „Machines & Soul“ klingt das nicht nur im Titel überfrachtet.
Ein paar halbe Gedanken und viel Pseudo-Philosophie stecken in „Come“ von Tim Holehouse. Hier fehlt es eindeutig an Qualitätskontrolle.
Als Brücke zwischen dem Debüt und dem bevorstehenden zweiten Album legen Friends Of Gas die EP „Carrara“ vor. Die Noisrocker aus München klingen darauf hart, mutig und vor allem einzigartig.
Als Innovator und Aktivist zeigt sich Kele auf seinem vierten Soloalbum. Vor allem aber zeigt „2042“ eine Stärke, die er schon bei Bloc Party hatte: sensibel muss bei ihm nicht weinerlich bedeuten.
Mit Fabeln, Metaphern und vor allem Synthesizern verarbeitet Nick Cave auf „Ghosteen“ den Unfalltod seines Sohnes. Das ätherische Klanggewand steht ihm nur bedingt.
Pech und Glück zugleich thematisiert Kyle Craft auf „Showboat Honey“. Dass er seiner gleichnamigen Begleitband dabei mehr Raum gewährt, erweist sich als clever.
Wiedergeburt, Kampf gegen Dämonen und die Suche nach Perfektion: Kele, Awolnation, Vivie Ann, Poliça und Panda Bear werden in ihren neuen Tracks tiefgründig.