Deichkind – „Niveau Weshalb Warum“
Sozialkritik, Festivalkracher und das richtige Ausmaß an Blödeln: Deichkind sind auch auf „Niveau Weshalb Warum“ leider geil.
Manche nennen es Popkultur: Musik, Film, Bücher, Leipzig
Sozialkritik, Festivalkracher und das richtige Ausmaß an Blödeln: Deichkind sind auch auf „Niveau Weshalb Warum“ leider geil.
Vielleicht muss man verliebt sein, um das zu genießen: Maximilian Hecker gibt beim Konzert in Leipzig das ultimative Sensibelchen. Und klingt dabei oft magisch.
Eine 16-Jährige wächst in der Wildnis auf und macht dann Jagd auf eine FBI-Agentin. „Wer ist Hanna?“ ist originell und ästhetisch, hat aber nicht allzu viel Logik.
Viel näher kann man dem Prototyp von Disco nicht mehr kommen: Eine ausführliche Werkschau von Cerrone zeigt, wie der Franzose das Genre geprägt hat.
Seit zehn Jahren sind Jane und Jake geschieden. Er hat eine deutlich jüngere Frau geheiratet, sie leidet an ihrem Dasein als alternde Geschiedene – bis Jake plötzlich wieder mit ihr flirtet. „Wenn Liebe so einfach wäre“ ist in der Ausgangssituation originell, in der Umsetzung allerdings brav.
Zoot Woman und Le Very zeigen mit ihren Konzerten im Täubchenthal, wie wichtig eine Gitarre sein kann – auch wenn man sie gar nicht spielt. Und natürlich, wie gut Elektropop klingen kann, wenn man mehr Talent hat als die Kasper von Depeche Mode.
Viet Cong kommen aus Kanada und lieben es, eiskalt zu sein. Das Debütalbum des Quartetts klingt manchmal wie eine unerbittliche Kriegserklärung an das Konzept „Wohlklang“.
In Philadelphia hat es BC Campilght nicht mehr ausgehalten, deshalb ist er für sein drittes Album nach Manchester geflohen. „How To Die In The North“ bietet reichlich Verzweiflung und zeigt, was vielleicht passiert wäre, hätte Brian Wilson 1966 seine Medikamente vergessen.
Als Krischan in sein Heimatdorf im harz zurückkehrt, regiert dort die Perspektivlosigkeit. Mit der Idee einer Holzfäller-Meisterschaft bringt er wieder Schwung in die Bude – und sich selbst in die Bredouille. „Die Könige der Nutzholzgewinnung“ lebt von schrägen Typen und einer unverkennbaren sozialen Botschaft.
2006 waren sie plötzlich weg, jetzt sind Sleater-Kinney wie aus dem Nichts zurück. Die Pause haben sie offensichtlich genutzt, um Kraft zu sammeln. Denn „No Cities To Love“ ist ein bedrohliches Monster von einer Rockplatte geworden.
Wenn Olli Schulz singt, dann gibt es auf „Feelings aus der Asche“ keine Blödeleien. Dafür gute Songs und Humor zwischen den Zeilen – als Methode zum Ertragen der Welt.
Vom Country aus wagen Katzenjammer auf ihrem dritten Album „Rockland“ spaßige Expeditionen in andere Genres. Und schreiben erstmals fast alle Songs selbst.
François hat im Lotto gewonnen, jetzt will er sich eine Traumfrau kaufen, die mit ihm lebt. „Wie sehr liebst du mich?“ ist grotesk, raffiniert – und voll auf die Reize von Monica Bellucci zugeschnitten.
Atlas Losing Grip aus Schweden sind geerdeter als Metal und technisch raffinierter als Punk. Ihr Album „Currents“ wird ein seltsames Zwischending.