Futter für die Ohren mit Sleater-Kinney, Le Very, Sido, Down Below und Northcote


Ihre kunterbunte Debüt-EP bringen Le Very gleich als Geschenk unters Volk. Foto: verstaerker.com

Ihre kunterbunte Debüt-EP bringen Le Very gleich als Geschenk unters Volk. Foto: verstaerker.com

„Ich war arm und das war schade“, rappt Sido in Läuft. Weil sich das mittlerweile geändert hat, kann er es sich jetzt leisten, den Track zu verschenken. Wer sich im Backstage-Bereich seiner Plattenfirma Universal registriert, bekommt Läuft (**) gratis als MP3. Die ersten paar Takte klingt das noch, als würde sich Sido auf abgefahrenes Deichkind-Terrain begeben, dann wird die Musik aber doch vergleichsweise konventionell mit ein bisschen G-Funk-DNA, mächtigem Bass und Selbstbeweihräucherung in suboptimaler Grammatik. Übrigens gibt es unter dem gleichen Link auch ein paar weitere Liedchen von Universal-Acts.

Passend zur Jahreszeit, allerdings wenig besinnlich: Down Below aus Dessau, die gerade eine Tour zum zehnjährigen Bestehen der Band hinter sich haben, hauen bei Soundcloud ihre Version von Leise rieselt der Schnee als Free Track raus. Leise (*1/2) klingt, als würde sich Adel Tawil als neuer Frontmann bei Unheilig bewerben, und zwar zu einem Backing Track von Placebo. Gewöhnungsbedürftig, um es freundlich zu formulieren. Wer mehr davon möchte: Am 6. Dezember lädt die Band zum Adventsglühen im Golfpark Dessau ein.

In diesen Tagen ebenfalls hierzulande live zu erleben ist Northcote, bürgerlich Matt Goud. Er ist als Support der Broilers und von John K. Samson (Weakerthans) unterwegs. Um die Wartezeit auf sein neues Album zu verkürzen, das fürs Frühjahr angekündigt ist, hat er eine 4-Track-Akustik-EP namens Invisible Diamonds (***) aufgenommen, die man bei Noisetrade gratis herunterladen kann. Wer Singer/Songwriter mit Punk-Background à la Frank Turner oder Brian Fallon mag, ist hier genau richtig.

Ebenfalls eine kostenlose EP stellen Le Very ins Regal, und zwar als erstes Lebenszeichen. Als „Künstlerensemble mit ausgeprägtem Faible für den interdisziplinären Clash der Ausdrucksarten“ stellt ihre Plattenfirma sie vor. Die fünf Tracks von Playground (***) gibt es bei Soundcloud zum Herunterladen. Ein bisschen Foals kann man darin erkennen, ein bisschen B-52s, in jedem Fall ein kunterbuntes Pop-Mischmasch. Spaßig.

Großartige Neuigkeiten zum Schluss: Sleater-Kinney sind zurück! Am 23. Januar erscheint No Cities Love, ihr erstes Album seit zehn Jahren. Corin Tucker (Gesang/Gitarre), Carrie Brownstein (Gitarre/Gesang) und Janet Weiss (Schlagzeug) haben in ihrer Blütezeit den Prototyp für alles dargestellt, was weiblich, clever, gefährlich und mit Gitarren bewaffnet war. Für das Comeback versprechen sie eine Extra-Portion Leidenschaft. „We sound possessed on these songs,“ erzählt Cariie Brownstein, „willing it all – the entire weight of the band and what it means to us – back into existence.” Als Vorab-Kostprobe kann man Bury Our Friends  (****) im Tausch gegen eine E-Mail-Adresse bei Topspin kostenlos runterladen. Das hat in der Tat erstaunlich viel Feuer für eine Band, die mittlerweile 20 Jahre alt ist. Der Song lebt von einem klasse Riff, einem Schlagzeug außer Rand und Band und der Überzeugung, Nachgeborenen wie Blood Red Shoes oder Kate Nash noch einmal zu zeigen, wo die ganze Riot-Grrrl-Sache herkommt. Im dazugehörigen Video spielt übrigens Miranda July mit – ein Traum.

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