Coheed & Cambria – „The Afterman: Ascension“


Künstler Coheed & Cambria

Selbstverständlich: "The Afterman: Ascension" ist ein Konzeptalbum.

Selbstverständlich: „The Afterman: Ascension“ ist ein Konzeptalbum.

Album The Afterman: Ascension
Label Hundred Handed
Erscheinungsjahr 2012
Bewertung

Man muss gar nicht all die Hintergründe zu The Afterman: Ascension kennen, um gewiss zu sein: Dies ist ein Album-Album. Hier ein einzelnes Stück herauszugreifen oder gar den Shuffle-Modus anzuwerfen, würde dieser Musik eine Menge von ihrer Wirkung nehmen. Coheed & Cambria sind nicht nur Klangfanatiker, sondern auch Tüftler in punkto Dramaturgie und Spannungskurve.

Erst recht bestätigt wird das, wenn man dann doch das Drumherum zu The Afterman: Ascension kennt. Das sechste Album der Band aus New York ist (beinahe möchte man ergänzen: selbstverständlich) ein Konzeptalbum. Das Gegenstück dazu stellt das gleichzeitig erscheinende The Aftermath: Descension dar. Das Ganze gibt es auch als Deluxe Edition, die neben der Musik ein Coffeetablebook enthält, das die Story zu den Liedern erzählt.

Wer jetzt „Prog-Rock“ denkt, liegt genau richtig – und doch nicht ganz. Nach einem Auftakt nur mit Piano und Computerstimme gibt es auf The Afterman: Ascension zunächst die kraftstrotzende Single Key Entity Extraction I: Domino The Destitute, die King Crimson ebenso nahe steht wie Iron Maiden und am Ende einen gesampleten Sportmoderator zu bieten hat. Wenn Muse noch ein bisschen mehr in Richtung Mittelerde abdriften würden, dann käme wohl so etwas dabei heraus. Progrock also.

The Afterman: Ascension hat aber auch andere Facetten zu bieten. Goodnight Fair Lady gemahnt deutlich an Thin Lizzy, wird funky und verspielt und zeigt, wie gut sich der neue Bassist Zach Cooper ins Lineup integriert. In Key Entity Extraction II Hollywood The Cracked klingt Frontmann Claudio Sanchez (er singt, spielt Gitarre und schreibt alle Songs von Coheed & Cambria) mit verzerrter Stimme wie ein Biest oder eine Hexe, und er betont das Wort „Hollywood“ mit so viel Abscheu, dass man mindestens an Billy Talent, vielleicht sogar an Marilyn Manson denken muss.

Der akustische Rausschmeißer Subtraction würde auch gut ins Repertoire der Silversun Pickups passen. Das sanfte The Afterman setzt auf Ghostnotes und pulsiert schön, was am Ende auch noch durch die Bass Drum (der ehemalige Schlagzeuger Josh Eppard ist bei diesem Album erstmals wieder dabei) betont wird, die einen Herzschlagrhythmus spielt. Key Entity Extraction IV Evagria The Faithful kann man dank seiner Percussions sogar ein wenig Heiterkeit andichten, wenn man unbedingt möchte.

Dazwischen herrscht auf The Afterman: Ascension, für das Coheed & Cambria sieben Monate im Studio verbracht haben, aber meist Vollgasmodus. Mothers Of Men klingt ebenso abstrakt wie hymnisch, wie eine sehr schlecht gelaunte Ausgabe von Papa Roach oder all deren Nachfahren. Den Beginn von Key Entity Extraction III Vic The Butcher kann man nur einen akustischen Bombenteppich nennen, der Refrain ist dann herrlich aggressiv und over the top.

Das alles ist natürlich nur noch halb so aufregend, wenn man nicht allzu viel auf Gitarrenfingerfertigkeit und Kopfschütteltanz gibt. Trotzdem kann man dem Urteil kaum widersprechen, das Rock Sound (wo man natürlich große Stücke auf Gitarrenfingerfertigkeit und Kopfschütteltanz hält) über The Afterman: Ascension gefällt hat: „It sparkles with invention, creativity, crushing use of dynamics and, when all’s said and done, just really strong songs.“

Coheed & Cambria erklären The Afterman: Ascension, Track by Track:

Homepage von Coheed & Cambria.

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