Futter für die Ohren mit Birdy, Crystal Fighters, Karo, Fighting Fiction, Grey Reverend und Maur Due & Lichter


Auf Album Nummer zwei hat Birdy (17) fleißig mitgschrieben. Foto: Promotion Werft

Auf Album Nummer zwei hat Birdy (17) fleißig mitgschrieben. Foto: Promotion Werft

Karo hat gestern Abend in der Nato gespielt, zusammen mit den formidablen O Emperor. Die Würzburgerin hatte nicht nur eine ausgewachsene Erkältung, zwei Mitmusiker, eine göttliche Stimme, reichliche Effektpedale und sehr gute Songs im Gepäck, sondern kurz vor Ende ihres Sets auch eine Coverversion: Aus Roxy Musics More Than This (****) macht sie ein Stück verschleppte, brüchige, hochromantische Zauberkunst, das man bei Soundcloud gerade umsonst als Download bekommt. Wenn Bryan Ferry das Lied irgendwann einmal rotzbesoffen auf dem Heimweg singen sollte, dann klingt das bestimmt ganz ähnlich.

Als „die Überraschung des Jahres 2013“ haben die Kollegen von Jahrgangsgeräusche gerade Grey Reverend gefeiert. Anlass ist sein neues Album A Hero’s Lie. Dafür hat LD Brown (so heißt der Mann aus Brooklyn eigentlich) unter anderem ein Mellotron selbst gebaut und zudem mit Motion Audio (einem Ableger von Ninja Tunes) eine neue Plattenfirma gefunden. Den Track Nightingale (***) verschenkt er gerade bei Soundcloud. Das ist vergleichsweise heiter, mit Akustikgitarre und Percussions, die fast an Jack Johnson denken lassen. Natürlich kommt beim Grey Reverend dazu aber noch die nötige Dosis Melancholie und Tragik, schließlich sieht er sich eigentlich eher in der Nähe von Will Oldham oder Elliott Smith, der angeblich die Figur ist, die in diesem Lied mit schönen Zeilen wie „Is it worth it to you / to be different and strange?” besungen wird.

Ebenfalls brandneu ist das zweite Album von Fighting Fiction, The Long & Short Of It. Die Band aus Brighton ist übrigens am 19. Oktober in Leipzig im Schuppen zu sehen, und wer eine Kostprobe haben möchte, wird ebenfalls bei Soundcloud fündig. Den Titeltrack der Platte (***) gibt es dort gerade gratis als MP3. Sehr straighter Rock, dem man die Verwandtschaft zu beispielsweise Biffy Clyro (mit ihm teilen sich Fighting Fiction den Produzenten Mark Williams) anmerkt und der geballte Fäuste ebenso zu schätzen weiß wie stampfende Füße. Manchmal scheint diese Band von ihrer eigenen Energie überholt zu werden – nicht die schlechteste Eigenschaft.

Aus Wien grüßt das Produzentenduo Maur Due & Lichter. Mit Never Found A Way haben die beiden in ihrer Heimat einen veritablen Hit gelandet und auch als Remixer schon ein paar Meriten gesammelt. Jetzt sind Maur Due & Lichter (eigentlich: Mauricio Duda und Daniel Lichter) mit ihrem zweiten Album This Night Was Meant To Stay am Start, und zur Feier des Tages verschenken sie den Track Faces (***) gerade bei Soundcloud. Ein Four-to-the-floor-Beat trifft auf entspannte Vocals und ebenfalls recht ruhige House-Elemente. Das Ergebnis landet irgendwo zwischen Röyksopp und Oliver Koletzki und klingt eher wie der Weg hin zur Party als nach Heimweg.

In drei Wochen steht Fire Within, das neue Album von Birdy, ins Haus. Jasmine van den Bogaerde, so ihr voller Name, ist noch immer schockierend jung, hat sich mit ihren 17 Jahren aber an eine Platte mit elf Songs gewagt, die sie alle selbst komponiert oder zumindest mitgeschrieben hat. Zu den Mit-Autoren zählen beispielsweise Dan Wilson (Adele) und Ben Lovett von Mumford & Sons, die das Album auch produziert haben. Auf ihrer Homepage gibt Birdy mit All You Never Say einen Vorgeschmack, im Tausch gegen eine Mailadresse gibt es das Lied als Gratis-MP3. Das ist sehr hübsch gesungen, getragen und dramatisch und zeigt mit Zeilen wie „Time for learning / why have I not learned a thing / words with no meaning / have kept me dreaming / but they don’t tell me anything“, dass man auch mit 17 schon veritabel verzweifelt sein kann.

Unbedingt ans Herz legen muss ich euch noch die sagenhaften Crystal Fighters. Ihr aktuelles Album Cave Rave ist die beste Platte des Sommers, und großzügig ist das spanisch/englische Trio auch noch: Den Gigamesh Remix ihres Hits You & I (***1/2) kann man bei Soundcloud kostenlos herunterladen. Der Gesang bleibt cool wie im Original, ein neuer Bass sorgt aber für reichlich Aufregung, am Ende wird der Track eine Tanzorgie und der Refrain bleibt selbstverständlich betörend.

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